Ärgernis des Jahres

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Das „Haus am Dom“ wächst und wächst und wächst

Nachdem das Thema „Haus am Dom“ von 2013 bis 2015 die Schlagzeilen der regionalen Zeitungen beherrschte, wurde es im Jahr 2016, als die Grundsteinlegung erfolgte, etwas ruhiger. Das soll aber deswegen nicht heißen, dass die Wormser den umstrittenen Bau akzeptiert haben. Die meisten hatten nur vorzeitig resigniert…

Einzig der Bürgerverein „Domumfeld e.V.“ blieb beharrlich und hielt seine wöchentlichen Mahnwachen selbst dann noch ab, als die Bagger längst angerückt waren. Oft waren es 50 Leute, die dauerhaft ihren Protest ausdrückten, zu besonderen Anlässen (100. Mahnwache oder Grundsteinlegung) kam auch mal die doppelte Menge. Aber der große Protest blieb 2016 aus, zu viele hatten sich zerknirscht mit dem umstrittenen Bau arrangiert und wollten am liebsten gar nichts mehr darüber hören. Sehen mussten sie allerdings Tag für Tag, wie das neue Gemeindehaus der Domgemeinde wächst und den Dom ein Stück weit mehr verdeckt. Über den Tag verteilt sah man immer mal wieder Leute, die ungläubig auf die Baustelle starrten, als ihnen die Dimensionen des Neubaus bewusst wurden. Für einen Aufreger sorgten noch die Anzeigen, die der Bürgerverein zur Grundsteinlegung im Juli 2016 in verschiedenen Zeitungen schaltete, mit denen der Dom symbolisch zu Grabe getragen wurde. Die Wormser Zeitung echauffierte sich zwar einerseits über die „geschmacklosen Todesanzeigen“ des Bürgervereins, ließ sich aber andererseits den Anzeigenplatz ganz normal bezahlen. Der schnöde Mammon ist halt immer noch wichtiger als die eigenen Moralvorstellungen. Im Übrigen soll der auf fünf Millionen Euro Kosten veranschlagte Bau des neuen Gemeindehauses im Spätsommer 2017 fertig gestellt und in seiner vollen Pracht erblüht sein.

Die Frage, die wir uns stellen: Wann wird endlich dieser penetrante Kaiserdom im Hintergrund abgerissen, damit dieses wunderschöne Haus am Dom (das dann zukünftig nur noch „Haus am“ heißen wird) besser zur Geltung kommt? Dann können sich die Wormser wieder drei Jahre lang unnötig das Maul zerreißen, wir haben was zum Schreiben und die Kirche macht sich erneut kräftig zum Buhmann. Nur so als Vorschlag für 2018….