Der etwas andere Fragebogen

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Diesen Monat: Christoph Lösch

KURZBIO Als Christoph Bernhard Lösch vor 41 Jahren in Worms das Licht der Welt erblickte, war ihm seine berufliche Zukunft quasi schon in die Wiege gelegt, denn seine Eltern führten in Worms-Abenheim das Weingut Lösch. Christoph Lösch ist heute selbst gelernter Winzermeister und überdies sehr erfolgreich dabei, rheinhessischem Wein die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die er verdient. Ein Baustein hierzu ist die Vinothek in Alzey. Im letzten Jahr wurde die Rheinhessen-Vinothek eröffnet, mit dabei sind 50 Winzer aus dieser Region. Anfang Oktober dieses Jahres wurde die Geschäftsführung für den beliebten Laden am Roßmarkt an drei Winzer übertragen, einer von ihnen ist der Abenheimer. In sein eigenes Weingut lädt er zu kulinarischen Abenden, die mal deftig, süß oder auch vegetarisch sein können. Darüber hinaus beteiligt er sich auch an der Kinoreihe „Kinowelt Worms – kulinarisch“. In der ihm verbleibenden Freizeit widmet er sich ausgiebig seinem Kräutergarten im Klosterhof Lösch, der des Öfteren am „Tag der offenen Gärten“ besuchbar ist, oder beschäftigt sich mit Geschichte. Christoph Lösch ist auch Teil der Marktwinzer, die seit letztem Jahr den Wochenmarkt um eine Attraktion reicher gemacht haben.

Was macht einen guten Wein aus?
Leidenschaft und das Streben nach dem perfekten Genuss. Aber jeder hat einen eigenen Geschmack, was „seinen guten Wein“ ausmacht. Schlimm finde ich, nicht selbst auf seinen Geschmack zu hören und dem Geschmack anderer zu folgen. Der beste Wein ist immer der aus der Region, wo ich mich gerade befinde. Da passt das Gesamtkonzept.

Welche Weine sind Deine persönlichen Favoriten (sowohl rot als auch weiß)?
Das kommt gerade auf den Moment im Leben an. Ich persönlich bevorzuge weiße Weine im feinherben Bereich… aber wie gesagt, manchmal schreit das Leben nach einem Rotwein!

Wie würdest Du Deinen Arbeitsstil beschreiben?
Ich habe keinen Stil. Ich lasse es auf mich zukommen und versuche, alles zu meistern wie es kommt und mein Bestes zu geben. Perfekt kann man nie überall sein. Und die Natur ist der beste Lehrer!

Wie entspannst Du Dich?
Mit Freunden einen tollen Ausflug in ein Weinbaugebiet machen, Essen und Trinken, gemeinsam was ansehen und am Abend nach Hause kommen.

Was ist das Geheimnis eines gelungenen Kräutergartens?
Jeder Garten ist ein Stück vom Paradies und er spiegelt die Persönlichkeit des Gärtners/ Besitzers wieder. Schlimm sind Gärten, die von Profis für die Besitzer angelegt wurden und diese nicht miteinander kommunizieren. Beim Gang durch meinen Garten entdecke ich täglich mich und meine Welt. Wenn ich durch Wohngebiete laufe und mir die Vorgärten betrachte, überlege ich mir manchmal, ob ich die Menschen in diesem Haus kennenlernen möchte…

Du wirst zu einer Reise eingeladen und darfst das Ziel bestimmen. Wohin würde die Reise gehen und warum?
Nach Rheinhessen… da ich ungern verreise und am liebsten hier bin. Da bin ich Mensch, hier kann ich sein. Jeder wie er es mag, auch wenn es etwas bieder klingt!

Du darfst der Bundeskanzlerin drei Tipps geben, was würdest Du ihr raten?
Ich würde mir nie erlauben, einer anderen Person was zu raten, wovon ich keine Ahnung habe! Jeder gibt sein Bestes im Job und verdient dafür Anerkennung! Egal was andere denken. Ich wollte den Job nicht.

Was macht die Schönheit Rheinhessens aus?
Die Menschen! Ich liebe Rheinhessen und Worms mit allem… das Gesamtkonzept stimmt, auch wenn vieles nicht perfekt ist. Keine andere Region ist derzeit so in Bewegung wie unsere und das in allen Bereichen Rheinhessens.

Was findet man bei Dir immer im Kühlschrank?
Frischmilch… Das Geheimnis schöner Männer!

Gibt es etwas, was Du am Beruf des Winzers nichts magst?
Die ganze Bürokratie, aber was sein muss, muss sein.