Der etwas andere Fragebogen

, , Leave a comment

Diesen Monat: Klaus Susemichel

KURZBIO Klaus Susemichel ist Wormser durch und durch. Geboren in dem Nachkriegsjahr 1949 in der Nibelungenstadt, absolvierte er als junger Mann im Modehaus Steffan eine Ausbildung zum Schauwerber. Es folgte anschließend ein Grafik-Studium in Mainz und schließlich das Berufsleben. Zunächst begann er dies bei einem Einkaufskonzern in Wiesbaden, ehe er bei der Verlagsgruppe Rhein-Main (VRM) 31 Jahre angestellt war. Dort betreute er Presseveranstaltungen, Werbemessen und Großevents. Für die meisten Wormser ist er allerdings das Gesicht des Mittelalterspektakels „Spectaculum“. Es ist 17 Jahre her, dass er durch Ulrich Mieland (damals Techn. Geschäftsführer Nibelungen-Festspiele) angefragt wurde, ob er in Worms einen Mittelaltermarkt organisieren könnte. Susemichel beschäftigte sich zu diesem Zeitpunkt schon länger mit dieser dunklen, aber auch faszinierenden Epoche und war Mitglied der Nibelung Thorpe. Zwar hatte er keine Erfahrung in diesem Bereich, aber das hinderte ihn nicht daran, zuzusagen und loszulegen. Heute kann man sehen, was aus den Anfängen geworden ist. Längst ist das Spectaculum der größte und bekannteste Mittelaltermarkt in der Region.

Was fasziniert Sie am Mittelalter?
In eine andere Welt einzutauchen. Es war zwar keine schöne Zeit, voller Schmutz, Krankheiten, Pest und Verfolgung, aber auch trotzdem eine interessante Zeit, es ist unser Geschichte!

Sie können eine Zeitreise ins Mittelalter machen und dürfen drei Dinge mitnehmen. Welche wären das?
Wenn ich eine Zeitreise ins Mittelalter mache, würde ich mein Schwert und Schild zum Schutz und zur Verteidigung mitnehmen, auch meinen Langbogen für die Jagd!

Können wir was vom Mittelalter lernen?
Zusammenhalt in der Gemeinschaft und in den Familien, jeder hilft jedem, mit wenig zufrieden sein und unsere Umwelt achten und schützen!

Welche Qualifikation braucht man als Marktmeister?
Als Marktmeister muss man gut organisieren, improvisieren, ein gutes Verhältnis zu seinem Team und seinen Händlern haben, sonst geht nichts! Man muss sich durchsetzen können und eine vorgegebene Richtung einhalten!

Eines Ihrer schönsten Erlebnisse auf dem Spectaculum?
Es gibt viele schöne Erlebnisse, etwas heraus zu stellen, ist nicht einfach. Was unheimlich Spaß macht, ist, mit Kindern über den Markt zu gehen und alles zu zeigen und zu erklären!

Nibelungen und Weihnachten, passt das für Sie?
Ich bin nicht für den Begriff „Nibelungen Weihnacht“. Man versucht alles in Worms unter die Nibelungen zu stellen, finde ich nicht gut! Was haben sie mit Weihnachten zu tun? Das Herz ist schön, viele sehen es aber erst einmal als das Herz vom Backfischfest an! Ein anderes Symbol wäre vielleicht geschickter gewesen. Aber wenn es vielen gefällt, ist es auch in Ordnung!

Was gefällt Ihnen an Worms und was würden Sie kritisieren?
Worms ist meine Heimatstadt, obwohl ich in der Nähe des Lutherbaumes auf die Welt gekommen bin, darauf bin ich auch ganz stolz. Worms ist eine schöne Stadt, wir haben viele kulturelle Plätze, Dom, Lutherdenkmal, Synagoge usw. Auch die Veranstaltungen, wie Jazz & Joy, Nibelungenspiele, Spectaculum, Weinbörse usw. Was mir nicht gefällt und es leider nicht mehr gibt, ist das Drachenfest mit Drachenlauf, das Weinfest auf dem Marktplatz und die Eisbahn, die es eine Zeitlang im Dezember auf dem Marktplatz gab! All diese Veranstaltungen beleben eine Stadt, vielleicht gibt es das alles einmal wieder!

Wohin würden Sie einen Touristen abseits der gängigen Sehenswürdigkeiten führen und warum?
In den Schlosspark nach Herrnsheim und zur Kapelle der Familie zu Heyl. Was viele nicht wissen, ist, dass es außerhalb von Herrnsheim einen kleinen Judenfriedhof gibt, auch zu diesem würde ich führen. Oder eine Wanderung durch die Rheinauen Richtung Ludwigshafen über das Hofgut „Petersau“.

Was macht Klaus Susemichel, wenn er nicht Dietleib von Löwensteyn ist?
Da ich mehrere Hobbys habe, ist immer etwas zu tun! Ich schieße seit 50 Jahren Bogen und hatte früher in Worms am Hinteren Busch einen Bogenverein gehabt! Heute bin ich einem Verein in Albsheim bei Grünstadt, auch da hat man immer etwas zu tun. Dann habe ich eine kleine Werkstatt, wo ich Holzarbeiten drechsle und Lederarbeiten, wie Taschen, Gürtel usw., anfertige. Auch habe ich dort die ersten Mittelaltertrommeln gebaut! Auch bei den Ferienspielen im Nibelungenmuseum bin ich als Aktiver dabei! Die Wormser Hobby Köche haben mich auch schon gebeten, ihre Veranstaltungen mittelalterlich zu gestalten. Es ist immer etwas zu tun, mir wird es nicht langweilig!!!

Sie werden zum Essen eingeladen und dürfen sich alles wünschen, was Sie wollen. Was würden Sie bestellen?
Ich würde mir ein schönes saftiges Roastbeef, einen guten trockenen Rheinhessen Wein und als Nachtisch ein großes Eis bestellen!!!