Die Saisonziele im Visier

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Nichtabstiegsplatz in der Liga und Halbfinale im Pokal erreicht

Im Verbandspokal hat Wormatia Worms das Halbfinale erreicht, in der Regionalliga Südwest wird man voraussichtlich auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern. Auch wenn die Mannschaft von Trainer Steven Jones dank eines tollen Endspurts vor der Winterpause die gesteckten Saisonziele immer noch fest im Visier hat, fällt das Fazit der Vorrunde eher durchwachsen aus.

Wenn die Verantwortlichen der Wormatia auf die Vorrunde zurückblicken, wird man allenfalls bei einer Handvoll Spielen hängen bleiben, in denen die Regionalligamannschaft vollends überzeugt hat. Die magere Bilanz nach der Vorrunde lautet: 17 Punkte aus 18 Spielen bei einem Torverhältnis von 20:37 Toren. Das reichte nach der Vorrunde nur für Platz 14, dem ersten möglichen Abstiegsplatz. Nur auf die Heimspiele bezogen, sieht die Bilanz sogar noch düsterer aus. Einem begeisternden 3:1-Heimsieg am vierten Spieltag gegen Astoria Walldorf, der Hoffnungen unter der Anhängerschaft geweckt hatte, folgten danach fünf Heimniederlagen hintereinander. Der nächste Dreier zuhause gelang erst zwei Monate später gegen den SV Elversberg, der mit ein wenig Glück 1:0 bezwungen wurde. Ansonsten herrschte Tristesse im Wormatia Stadion, wo die Gegner insgesamt sieben Auswärtssiege einfuhren. Die Folge: In der Heimtabelle belegte die Wormatia nach der Vorrunde den letzten Platz. In der Fremde reichte es immerhin für drei Siege beim FSV Frankfurt (2:1), VfB Stuttgart II (3:0) und Schott Mainz (1:0), was in der Auswärtstabelle Platz 8 für den VfR bedeutete.

Mangelnde Konstanz
Größtes Manko von Wormatia Worms war jedoch die mangelnde Konstanz im bisherigen Rundenverlauf. Dies wurde auch in den letzten vier Wochen erneut deutlich. Nach vier sieglosen Spielen hintereinander gelang ausgerechnet in dem von SPORT 1 live übertragenen Heimspiel gegen den Vorjahresvizemeister SV Elversberg ein kaum für möglich gehaltener 1:0-Sieg. Während der Gast aus dem Saarland über die reifere Spielanlage verfügte und sich zahlreiche Chancen herausspielte, hatten die Wormser hauptsächlich Kampf und Disziplin entgegen zu setzen. Als sich alle bereits mit einem torlosen Unentschieden abgefunden hatten, segelte eine Flanke des eine Minute zuvor eingewechselten Sebastian Schmitt an Freund und Feind vorbei ins lange Eck zum vielumjubelten Siegtreffer drei Minuten vor Schluss. Wer jedoch gehofft hatte, dass man den Schwung aus dem Sieg gegen eine saarländische Spitzenmannschaft in das Auswärtsspiel gegen ein Kellerkind aus dem Saarland mitnehmen würde, sah sich getäuscht. Beim Drittletzten Röchling Völklingen ging der VfR sang- und klanglos mit 0:2 unter. Dann halt Wiedergutmachung im nächsten Heimspiel gegen den SC Freiburg II.? Nach einer glücklichen Führung zur Halbzeit durch Auracher (11./ Foulelfmeter), fiel das Team von Steven Jones nach der Pause wieder einmal auseinander und musste bereits zum vierten Mal in dieser Saison zuhause mit 1:4 die Segel streichen.

Drei Siege in der Woche der Wahrheit
Trotz dieser teilweise desolaten Heimresultate hatte Trainer Jones in den Pressekonferenzen nach Spielen immer wieder betont, dass sein Team intakt sei und dass alles „gute Jungs“ seien, die unter der Woche sehr engagiert trainieren würden. Womöglich war die bittere Heimpleite gegen Freiburg auch ein Weckruf zur rechten Zeit, denn tatsächlich zeigte die Mannschaft in der „Woche der Wahrheit“ Moral. Beim „Sechs-Punkte-Spiel“ zum Rückrundauftakt gegen die Stuttgarter Kickers genügte ein Kopfballtreffer des Ex-Kickers Patrick Auracher, um die Schwaben in der Tabelle weiter auf Distanz zu halten. Unter der Woche stand das wichtige Pokal-Viertelfinale bei Vorjahressieger SV Morlautern an, gegen den man ein halbes Jahr zuvor im Pokalfinale eine der bittersten Niederlagen der Vereinsgeschichte erlitten hatte.

Obwohl der Oberligist auf einen schlecht beleuchteten Kunstrasenplatz auswich und dem Gastverein nur 60 Karten für seine Anhänger zur Verfügung stellte, zeigte sich die Mannschaft unbeeindruckt und gewann nach 95 spannenden Pokalminuten durch einen Treffer von Benjamin Maas (50.) mit 1:0. Drei Tage später stand schon wieder das nächste Punktspiel beim FSV Mainz 05 II an, das man in der Vorrunde vor heimischem Publikum mit 1:4 verloren hatte. Mit dem Selbstvertrauen aus den letzten beiden Spielen im Gepäck spielte die Wormatia befreit auf und schaffte am Mainzer Bruchweg einen historischen Auswärtscoup. Erstmals nach 15 Jahren gelang dort mal wieder ein Sieg und dann gleich noch mit 4:0 (Tore: Pinheiro, 2x Gösweiner, Auracher/ Elfmeter). Leider fand das letzte Spiel der Wormatia vor der Winterpause am 01. Dezember gegen Verfolger FSV Frankfurt nach dem Redaktionsschluss dieser Ausgabe statt. Mit einem Sieg im letzten Heimspiel könnten die Wormaten auf jeden Fall noch beruhigter Weihnachten feiern.

Alles noch drin
Mit den beiden Siegen zum Rückrundauftakt hat sich der VfR etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. Auch wenn sich aufgrund des starken Leistungsgefälles in der Regionalliga Südwest ab Platz zehn keine Mannschaft sicher sein kann und somit die halbe Liga zittern muss, wird auch die Wormatia mitunter bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen. Auch der Gewinn des Südwestpokals, das erklärte große Ziel des Vereins, ist noch möglich. Im Halbfinale wartet mit dem FC Bienwald-Kandel ein Verbandsligist, der zuletzt Regionalligist TSV Schott Mainz mit 3:2 aus dem Pokal geworfen hat. Im anderen Halbfinale trifft Alemannia Waldalgesheim auf den TSV Gau-Odernheim. Termin für die Halbfinalfinalspiele ist Mitte März. Das Finale steigt am 21. Mai 2018 und wird auf jeden Fall in der EWR-Arena in Worms stattfinden. Den Pokalsieg im Visier und in der Liga auf einem Nichtabstiegsplatz – alles gut also bei der Wormatia? Bevor die Zuschauerzahlen bei Heimspielen noch weiter zurück gehen, muss das Trainerteam in der Winterpause knallhart analysieren, warum es gerade zuhause so miserabel lief. Anders als in der Sommervorbereitung, als das Trainerteam an manchen Tagen nicht einmal elf Mann im Training begrüßen konnte, kann man die Wintervorbereitung mit (fast) allen Spielern bestreiten. Vielleicht wächst dann schneller zusammen, was im Laufe der Saison erst mühsam zusammen gewürfelt wurde.