Ein Hauch von Hollywood in Worms

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Jürgen Prochnow spielt den Hunnenkönig Etzel in „Siegfrieds Erben“

Großer Name in einem neuen Stück: Der Schauspieler Jürgen Prochnow („Das Boot“) wird bei den Nibelungen-Festspielen 2018 die Hauptrolle des Hunnenkönigs Etzel übernehmen. Der Schweizer Regisseur Roger Vontobel wird das Stück „Siegfrieds Erben“ vom 20. Juli bis zum 5. August 2018 auf der imposanten Freiluftbühne vor dem Wormser Dom inszenieren. Weitere Ensemblemitglieder werden im April bekannt gegeben.

In dem Stück „Siegfrieds Erben“ erzählt das Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel die Geschichte der Nibelungen weiter. In ihrer Fortsetzung des alten Mythos lassen sie den Hunnenkönig Etzel nach dem Tod von Kriemhild und den Burgundern nach Worms reisen, um dort sein Erbe einzufordern. Diese Rolle übernimmt der 1941 in Berlin geborene Jürgen Prochnow, der 2017 nach 25 Jahren in Hollywood wieder in seine Heimatstadt gezogen ist. Prochnow gehörte in den 1970er Jahren zu den markantesten Darstellern des Neuen Deutschen Films und spielte u. a. die Titelrolle in dem Gefängnisfilm „Die Verrohung des Franz Blum“ (Regie: Reinhard Hauff) und in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (Regie: Volker Schlöndorff). 1974 überzeugte er unter Regisseur Wolfgang Petersen in dem Erpresser-Drama „Einer von uns beiden“ und in dem Aufsehen erregenden Film „Die Konsequenz“ (1977). Den internationalen Durchbruch hatte Jürgen Prochnow 1981 als U-Bootkapitän Kaleu in „Das Boot“ (Regie: ebenfalls Wolfgang Petersen). Dieser auch in den USA sehr erfolgreiche Film bedeutete für ihn das Ticket nach Hollywood, wo er in mehr als 100 internationalen Filmen mitwirkte. Darunter in „Dune/Der Wüstenplanet“ unter David Lynch (1984), „Beverly Hills Cop II“ (1987), „Das siebte Zeichen“ (1988), „Weiße Zeit der Dürre“ neben Marlon Brando (1989), „Der Englische Patient“ (1996), „The Da Vinci Code“ (2006), „Remember“ unter Atom Egoyan (2014) und in „Radegund“ unter Terrence Malick (2016). Im deutschen Kino brillierte er zuletzt in „Die dunkle Seite des Mondes“ (2014), „Kundschafter des Friedens“ (2015) und „Leanders letzte Reise“ (2016). Auch im deutschen Fernsehen ist Jürgen Prochnow in ausgewählten Rollen zu sehen, u.a. in der Martin-Walser-Verfilmung „Ohne einander“ (ZDF 2007), „Nachtschicht – Bei Ankunft Tod“ (ZDF 2007), „Dengler – Die schützende Hand“ (2016). 2004 kehrte Jürgen Prochnow auf die Theaterbühne zurück. Er spielte in der Komödie am Kurfürstendamm und war Mitwirkender beim „Rilke-Projekt“ von Schönherz & Fleer. 2017 begeisterte er in der Komödie im Bayerischen Hof in München in „Ein Mann fürs Grobe“ zusammen mit seiner Frau Verena Wengler-Prochnow.

Jürgen Prochnow: „Ich suche meine Rollen sehr bewusst aus, da mir meine Zeit sehr kostbar ist. Als man mir anbot, bei den Nibelungen-Festspielen den Hunnenkönig Etzel zu spielen, war das sofort reizvoll für mich. Allerdings bringt eine Freiluftbühne wie in Worms eine große Herausforderung mit sich. Die Gespräche mit Regisseur Roger Vontobel, die sehr konstruktiv und inspirierend waren, haben mich dann überzeugt. Und ich freue mich auf die bestimmt sehr intensive Zusammenarbeit in Worms.“

Regisseur Roger Vontobel: „Jürgen Prochnow verkörpert alles, was diesen Etzel für uns ausmacht – der große Hunnenfürst, in früheren Zeiten ein unerbittlicher Kämpfer, alle überstrahlend und nun ein großer Staatsmann, der durch tragische Umstände nun wieder mit den blutigen Urzeiten konfrontiert wird. Mit den ihn umwehenden Legenden, mit seiner Person und seiner schauspielerischen Power und gleichzeitig seinem differenzierten Spiel ist Jürgen meine Idealbesetzung für diese Figur und Motor der Geschichte, wie wir sie erzählen wollen.“

Intendant Nico Hofmann: „Es ist für die Nibelungen-Festspiele großartig, dass wir Jürgen Prochnow für diese Hauptrolle gewinnen konnten. Die unglaubliche schauspielerische Präsenz Prochnows wird eine Bereicherung auf der Freiluft bühne in Worms sein!“