Ein Vereinsheim für Freunde großer Melodien

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Konzert der Band „Das Vereinsheim“

17. Mai 2017 | Alte Feuerwache Mannheim:

„Ausverkauft“ prangte in großen Buchstaben über der Feuerwache. Ein Umstand, der bei Konzerten der Band „Das Vereinsheim“ fast schon Normalität ist. Warum das so ist, das erschließt sich einem bereits nach den ersten Takten.

Was die Musiker niedlich als „Wohnzimmer für die Sinne“ beschreiben, klingt „live“ ziemlich eindrucksvoll. Obwohl in klassischer Besetzung spielend (Vocals, Gitarre, Bass, Keys, Schlagzeug) erzeugt die Band immer wieder einen rauschhaften Sound, der zumindest in Deutschland ungewöhnlich ist. Schicht um Schicht türmen sich die Instrumente und schaffen eine „Wall-of-Sound“, die dennoch nie überladen klingt. Im Gegenteil, immer wieder verschaffen sich die einzelnen Instrumente durch filigranes Spiel Gehör. Der Bass tänzelt lässig durch den Song, während das schlagfreudige Spiel, bei dem auch mal TripHop- Rhythmen zum Zuge kommen, der Aufforderung zum Tanz gerne nachkommt. Das Keyboard spielt klingt angemessen Retro und die Gitarre mäandert zwischen zärtlich, einfühlsam und respektgebietend eindrucksvoll. Kernidee dieses Vereinsheims ist es, Musik mit Freunden zu machen. In diesem Sinne laden sich die Musiker immer wieder zwei Gastsänger ein. An diesem Mittwoch waren dies Làupaire und Paucker. Beide ebenfalls keine Unbekannten in Worms, spielten sie doch in der Vergangenheit Konzerte bei David Maiers Konzertreihe „Stille Töne“. Während sie dort mit Band oder Solo auftraten, legten die beiden unterschiedlichen Musiker an diesem Abend ihre Songs in die Hände dieser eingespielten Band. Diese wiederum spielte die fremden Stücke, die zwischen hymnenhaft, leidend, rockig und groovy rangierten, als gehörten diese wie selbstverständlich zu ihrem Programm. Verstärkt wurde der musikalisch gelungene Eindruck von Live Visuals, die dem Vereinsheim den passenden visuellen Anstrich verleihen.

Fazit: Einmal mehr überzeugte „Das Vereinsheim“ mit bestechender musikalischer Qualität. David Maier bewies, dass Deutsch-Pop textlich auch ohne Plattitüden aus dem Bausatzkasten funktionieren kann und Làupaire und Paucker unterstrichen ihr Gespür für große Melodien.