Eine Reise nach Spanien in 20 Minuten!

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Aufführung des Stücks „Das blaue Flüstern“ mit der Nibelungenhorde

23. August 2014
EWR Kesselhaus und „Nonnenhof“ in Bobenheim Roxheim:

Wenn die Nibelungenhorde zu einer neuen Aufführung einlädt, dann darf man zu Recht gespannt sein, was einem die Truppe präsentiert. auch in der diesjährigen Aufführung „Das blaue Flüstern“ ließ sich das Team um Horden-Chefin Astrid Perl-Haag einiges einfallen.

Basierend auf der Erzählung „Das blaue Haus“ von Nibelungen Festspiel Star Markus Majowski, ist die Geschichte im Jahre 2029 angesiedelt. Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der weltumfassende Konzern Aquariuz sich ein Monopol in der Verwertung von Wasser aufgebaut. Dieser Zustand führt zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, nämlich den Reichen, die sich das Wasser leisten können und jenen, die keinen unbegrenzten Zugang zu Wasser haben. In Spanien müssen sich junge Karrieristen des mächtigen Unternehmens zunehmend mit den Konflikten, die aus dieser Situation resultieren, auseinandersetzen. Einmal mehr unterstrich die Horde mit dieser Aufführung, warum sie aus der Wormser Theaterszene kaum noch wegzudenken ist. Mit dem Anspruch nicht einfach nur zu unterhalten, nämlich Theater zum Denken zu inszenieren, lieferte das Team ein hochaktuelles Stück ab. Was für uns selbstverständlich erscheint, ist längst für einen Teil der Weltbevölkerung keine Normalität. Rund eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu Trinkwasser. Um die brisante Geschichte voranzutreiben, beschritt die Horde ungewöhnliche Wege. So wurde das Stück an zwei verschiedenen Orten aufgeführt. Nach dem Start im Kesselhaus, in dem sozusagen die Unternehmenszentrale untergebracht war, begaben sich die Zuschauer mit den Spielern auf eine Reise nach Spanien bzw. zum Nonnenhof in Bobenheim-Roxheim, der als Spanien Ersatz herhalten musste. Hier entfaltete sich schließlich die eigentliche Geschichte, die von Joern Hinkel und seinem Team innovativ und reflektiert umgesetzt wurde.

FAZIT: Ein wie immer eindrucksvoller Theaterbeitrag der Nibelungenhorde. Eine starke Inszenierung und eine großartige Ensembleleistung machten aus dem brisanten Stück einen spannenden Theaterabend.