Engelstrompeten und die spielerische Macht eines Orchesters

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„Sinfonietta Worms“ mit Werken von Brahms, Haydn und von Herzogenberg

22. April 2018 | Dreifaltigkeitskirche Worms:

Seit seiner Gründung im Jahr 2015 hat sich das Projektorchester der Lucie-Kölsch-Musikschule, Sinfonietta, zu einer wichtigen Größe im Bereich anspruchsvoller sinfonischer Musik entwickelt. Auch bei dem Konzert in der Dreifaltigkeitskirche beeindruckte das Orchester mit präzisem Spiel und bewies, dass Laienmusiker sich nicht hinter Profis verstecken müssen.

Das Orchester, das sich aus Schülern, ehemaligen Schülern, Lehrern und Nachwuchstalenten zusammensetzt, hatte sich für das Konzert drei Komponisten gewidmet. Im Zentrum des Konzertes standen zwei Personen. Zum einen der eher unbekannte Komponist Heinrich von Herzogenberg, zum zweiten der vielfach preisgekrönte Nachwuchstrompeter Sandro Hirsch, der sein Können besonders im Concerte Es-Dur von Joseph Haydn eindrucksvoll unter Beweis stellte. Eröffnet wurde der Nachmittag mit der Sinfonie Nr.1c des österreichischen Komponisten von Herzogenberg. Deutlich unter dem musikalischen Einfluss seines Freundes und Mentors Johannes Brahms stehend, glänzte das rund 45-minütige Stück durch eine abwechslungsreiche Instrumentierung. Zeigte sich die Sinfonie zu Beginn wuchtig und düster, entwickelt sie im Laufe der Zeit eine verspielte Leichtigkeit, die vom Orchester entsprechend wiedergegeben wurde. Solistischer Star des Konzertes war der junge Musiker Sandro Hirsch, der sein Talent besonders in dem Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur von Joseph Haydn unter Beweis stellen konnte. Das Konzert gilt bis heute als Standardwerk für die Klappentrompete. Hirsch entlockte seiner Trompete glasklare Klänge, die das Publikum zu Recht zu Begeisterungsstürmen verleitete. Das Finale gehörte der Akademischen Festouvertüre c-moll op.80 von Johannes Brahms, womit sich wieder der Kreis zu von Herzogenberg schloss. Zugleich zeigte sich das Stück dank seines eindrucksvollen Crescendo am Ende als würdiger Abschluss eines eindrucksvollen Konzertes.

Fazit: Kenntnisreich moderiert von Dr. Achim Müller, war der Nachmittag ein spannender Beleg für die Virtuosität dieses jungen Orchesters. Geadelt wurde das Konzert durch das lupenreine Spiel des jungen Trompeters Sandro Hirsch.