Erst komme ich, dann kommt lange nichts…

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Egoismus contra Menschenwürde

Aktuelle Zeitungsnachricht: „Vier Bankkunden steigen über einen sterbenden Menschen, der vor dem Bankautomat liegt“. Diese Meldung lässt zweifeln. Was nur ist aus diesen Zeitgenossen geworden? Ist eine Ausnahme, oder schon die Regel? Gibt es die Werte noch, die das europäische Abendland einst auszeichneten?- Am rechten Rand unserer Gesellschaft werden die angeblich deutschen und christlichen Werte gegen die „bösen“ Muslime verteidigt. Diese „Verteidiger“ geben vor, unsere Werte zu vertreten, aber sie treten sie mit Füßen.

Doch, was sind die Werte, die in der europäischen Welt gelten? Das sind die des HUMANISMUS: Die Wahrung der Menschenrechte und Menschenwürde – durch Respekt und Achtung aller Menschen. Toleranz gegenüber Andersdenkenden, Gleichheit aller Menschen und so weiter. Aus diesem Grund haben die Gründer der Bundesrepublik Deutschland diese Werte als „Artikel 1“ ins Grundgesetz geschrieben. Es wurde bewusst auf christliche oder religiöse Werte verzichtet, da auch die Freiheit von Religion zu den Menschenrechten gehört.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der solche Werte noch galten. Da war der Respekt vor Anderen noch selbstverständlich. Man bot den Älteren noch gern seinen Sitzplatz an – und prompt kam der Dank. Aber wie erlebe ich die Welt heute? Im Straßenverkehr herrschen kriegsähnliche Verhältnisse. Jeder versucht sein wahres oder vermeintliches Recht durchzusetzen. Notfalls mit Gewalt (!). Nachbarn bekriegen sich, weil des anderen Auto vor „meinem“ Haus steht. Und es gibt der Kleinigkeiten mehr und mehr. Ferner kauft man sich „Ablassbriefe“ durch Spenden für Erdbebenopfer oder bei der jährlichen Superspendenaktion im TV-Sender. Unsere Jugend wächst auf mit Ballerspielen, deren Ziel es ist, möglichst viele Menschen abzuknallen. In Actionfilmen prügelt und schießt sich der Held zum Ziel. In der Politik finden Schlammschlachten und Korruption statt. Der Egoismus wird zum Garant für den Erfolg!

Aufforderung an meine Leser/innen: Benutzen Sie nun einmal die Worte: „bitte“, „danke“ oder „entschuldigen Sie bitte“ und lächeln dabei Ihren Gegenüber an. Sie werden staunen, wenn ein kurzes Lächeln im Gesicht des Anderen Ihnen so dankt. Überhaupt ist festzuhalten, dass Lachen und Lächeln für die Gesundheit förderlich sind. Daran kann heute kein Zweifel mehr sein. Ärzte, Psychologen und viele Therapeuten werden es Ihnen bestätigen. Umgekehrt schädigt jede Verbitterung Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Oft zeigen sich dann auch negative Folgen, wie Magengeschwüre und Herzprobleme.

Andere Situationen: Obwohl Sie es eilig haben (wie gewöhnlich): Lassen Sie den anderen Wagenlenker doch mal einbiegen, auch wenn Sie die Vorfahrt haben. Anderer Fall: Lassen Sie den Handwerker mit den zwei Brötchen und der Wurst an der Kasse vor. Oder: Entschuldigen Sie sich, wenn Sie mit einem Passanten zusammenstießen und lächeln dabei. Sie werden merken, es fällt nicht schwer, tut aber Beiden gut. Das wird nicht die Welt verändern, aber stellen Sie sich vor, es würden plötzlich alle tun…

Bliebe nur noch darüber nachzudenken, weshalb sich die Zustände so sehr zum Negativen verändert haben? Die Antwort fällt schwer. Unter anderem, weil es gar viele Ursachen gibt. Doch bestimmt dabei sind die Profitsucht und der Neid. – Vergessen Sie aber nicht: „Alles, was zählt auf dieser Welt, bekommst du nicht für Geld!“

Auch heute soll Sie die „Spaßkiste“ erfreuen:

Die Mutter droht: „Fritzchen, Fritzchen, der liebe Gott sieht alles!“ –
Darauf der Bub: „Wenn schon. Aber er verrät nix.“

Leben Sie wohl und machen Sie nicht so viel Kohl
Ihr Heinz Dierdorf