Es ist nicht einfach, Frau zu sein

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Mirja Boes mit ihrem aktuellen Programm „Für Geld tun wir alles“

19. Mai 2017 | Das Wormser (Mozartsaal):

Lachen ist gesund, heißt eine altbekannte Floskel. Insofern müssten eigentlich die Wormser ein gesundes Völkchen sein, denn zum Lachen gibt es auf einheimischen Bühnen nahezu das ganze Jahr über genügend Angebote. Ok, bei genauerem Hinschauen oftmals auch außerhalb der Theaterbühnen.

Eine, die seit Jahren unterwegs ist, um den Menschen das Lachen beizubringen, ist die 46-jährige Komödiantin und TV-Moderatorin Mirja Boes. Mit ihrem aktuellen Programm „Für Geld tun wir alles“ und ihrer Band die „Honkey Donkeys“ machte sie auch Halt im Wormser Mozartsaal. Mit ihrer Mischung „Konzert meets Stand-up Comedy“ begeisterte sie rund zwei Stunden lang das Publikum und sorgte für den ein oder anderen zwerchfellerschütternden Moment. Zentrales Thema war natürlich die Rolle der Frau. Da musste „Mann“ schon mal hinnehmen, dass der zum biertrinkenden, stumpf kartenzockenden Subjekt degradiert wurde. Stellvertretend für diese Spezies stand die männliche Begleitband, die sich zur Strafe für alle männlichen Verfehlungen in alberne Kostüme zwängen musste – natürlich freiwillig, wie die sympathische Gastgeberin erläuterte, um dann zu verraten: „Das waren mal richtig gute Musiker, bevor ich sie gebrochen habe!“ Da musste schon mal ein Musiker im Alicorn-Kostüm einen Schleiertanz aufführen und ein anderer als Britney Spears Klon lasziv tanzen. Ansonsten erzählte Frau Boes, trotz Erkältung und dem Angebot, kostenlos Viren zu verteilen, von ihrer Mutterrolle und der Schwierigkeit, als Frau allen Rollenanforderungen (Haushaltmanagerin, Freundin, Hure, Mutter, Angestellte) gerecht zu werden. Gegen Ende konnten Frauen ihre Partner als vermeintliche Freiwillige vorschlagen, die dann natürlich auf die Bühne mussten. Mirja Boes gab diesen schließlich eine „zweite Chance“, hier und jetzt die eingerostete Beziehung auf Vordermann zu bringen.

Fazit: Gesundheitlich etwas angeschlagen, sorgte die Komödiantin Boes dennoch für einen kurzweiligen Abend im Mozartsaal. Zwar pendelten die Songs zwischen austauschbar bis banal, dafür entschädigte der Comedy-Teil mit unterhaltsamen Erkenntnissen.