Filmkritik:

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Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

Eine eigene Handschrift als Regisseur in Hollywood zu haben, das können sich nicht viele leisten. Tim Burton und Steven Spielberg sind zwei, die das können, ebenso wie der Mexikaner Guillermo del Toro. Mit seiner visuellen Opulenz, in Verbindung mit seinem Hang zu Fantasy, schafft er es, selbst dem einfältigsten Drehbuch („Pacific Rim“) noch einen ganz eigenen Charme zu vermitteln. In seinem jüngsten Film „Shape of Water“ stimmt beides, was das einhellige Kritikerlob und die zahlreichen Preise bestätigen. Höhepunkt war zweifellos der Oscar für den besten Film des Jahres. Zusätzlich gab es noch drei weitere für Regie, Ausstattung und Filmmusik (Alexandre Desplat).

Del Toro erzählt in seinem Herzensprojekt, das er zum Teil aus eigener Tasche finanzierte, die Geschichte der stummen Elisa, die Anfang der 60er Jahre in einem Hochsicherheitslabor der amerikanischen Regierung angestellt ist. Dort geht sie einsam und isoliert ihrer Arbeit nach. Doch als sie gemeinsam mit ihrer Kollegin und Freundin Zelda ein streng geheimes Experiment entdeckt, das in einem Labor vorangetrieben wird, ändert sich Elisas Leben für immer. In dem Labor wird ein mysteriöses Fischwesen gefangen gehalten. Sie freundet sich mit der Kreatur an und im Laufe der Zeit werden ihre Gefühle für das Wesen immer stärker. Zusammen mit ihrem Nachbarn Giles fasst sie schließlich den Entschluss, den Amphibienmann aus den Händen der Regierung zu befreien.

Wie bereits Del Toros bestem Film „Pans Labyrinth“ zeichnet sich auch „Shape of Water“ dadurch aus, sich keinem Genre eindeutig zuordnen zu lassen. Klar erkennbar ist natürlich des Regisseurs Liebe zu den klassischen Gruselfilmen, erzählt in poetischen Bildern. Dennoch ist der Film mehr als nur eine Hommage. Auf geschickte Art verbindet er Fantasy mit der Frage nach sexueller Selbstbestimmung. Genauso muss die Geschichte aber auch als Parabel über Ausgrenzung und Rassismus gesehen werden. Dass del Toro bei der Figurenzeichnung des Fieslings ein wenig zu schablonenhaft zeichnet, ist dabei verschmerzbar. Kurzum, ein Meisterwerk, geschaffen für die große Leinwand.

Shape of Water. USA 2017

Regie: Guilleromo del Toro.
Darsteller: Sally Hawkins, Doug Jones, Richard Jenkins, Olivia Spencer, Michael Shannon
Laufzeit: 123 min.
Läuft nur am 16. Mai 2018 in der Kinowelt!!