Heiß ging’s her am Rhein

, , Leave a comment

„47. Open Air Hamm“

07.-08. Juli 2017 | Rheinwiesen bei Hamm:

Text: Matthias Merkel

Nach dem Hochwasser bedingten Umzug nach Eich im letzten Jahr fand das „47. Open Air Hamm“ dieses Jahr wieder an seinem angestammten Platz statt – auf den Rheinwiesen bei Hamm.

Auch in diesem Jahr regnete es im Vorfeld des Festivals. Zwar mussten die Aufbauarbeiten und die Anreise am Donnerstag wegen eines Unwetters unterbrochen werden, aber pünktlich zum Festivalstart zeigte sich das Wetter von seiner besseren Seite. Den Anfang machten am Freitag mit Le Cliche und Future Family zwei Bands aus Mannheim, die aus neun, sich abwechselnden Musikern bestehen. Ouzo Bazooka aus Tel Aviv überzeugte im Anschluss mit einer großen dynamischen Bandbreite bei ihrem wilden Mix aus Psychedelic Rock und orientalischen Einflüssen. Eher wie ein Kollektiv als wie eine Band traten MAÑANA ME CHANTO aus Barcelona auf, die nach eigenen Angaben eine herumreisende Gruppe geworden sind, weil sie nicht arbeiten wollen. Dafür lieferte die neunköpfige Band aber eine große Leistung auf der Bühne ab und verwandelte mit Ska, gemischt mit Reggae, das Publikum in eine ausgelassen tanzende Meute. Danach enterte das deutsche Trio Odd Couple mit seinem Garage Rock, der teilweise auch NDW- und Kraftwerk-Anleihen zu besitzen schien, zu später Stunde die Bühne. Wer dann noch nicht genug hatte, konnte die Zeit bis in die frühen Morgenstunden im Chill-out-Zelt bei Loop Motor verbringen. Am zweiten Festivaltag begann, nach dem Kinderprogramm mit dem Clown „Herr von Bauch“, die siebenköpfige Band Passepartout aus Hannover mit einer beatboxenden Querflöte. Funkig, soulig, auch mal jazzig erschufen sie einen „Sommersoundtrack“ mit einer Musik, die perfekt zum Wetter passte. Das deutsche Bluesrock-Trio Filistine präsentierte sich im Anschluss als eine auf das Wesentliche reduzierte, groovende Einheit. Die Glamrockband Pink Cigar aus England brachte danach mit ihrer wilden Bühnenshow und ihren ausgeflippten Outfits das Publikum zum Ausrasten. Um Mitternacht ließen Tiny Fingers aus Israel das Raumschiff dank ihres Post Rock mit elektronischen Elementen abheben. Bei dieser Band ohne Gesang standen eher sphärische Flächen und stark verfremdete Sounds im Vordergrund.

Fazit: Die diesjährige Ausgabe des Open Air Hamm hat mal wieder gezeigt, dass es sich dank solcher Highlights wie MAÑANA ME CHANTO und Tiny Fingers lohnt, einem der ältesten Festivals in Deutschland einen Besuch abzustatten.