Keine Macht der Einsamkeit

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Der Verein „Keiner bleibt allein“ kümmert sich um die Vermittlung einsamer Menschen

Es war ein Moment der Einsamkeit, der Softwarespezialist Christian Fein dazu brachte, sich über Twitter Gesellschaft an Weihnachten 2016 zu organisieren. Mit dem Begriff  #keinertwittertallein schien es, als hätte er damit direkt den Nerv tausender Menschen getroffen. Rund 2.400 Menschen meldeten sich, was 645 Vermittlungen zur Folge hatte. Die Feiertage waren gerettet und eine Idee geboren.

Der Idee entsprang schließlich der Wunsch, einen Verein zu gründen. Dies geschah genau ein Jahr später: 2017. Doch was unterscheidet diesen Verein von einer gewöhnlichen Partnervermittlung? Im Mittelpunkt steht für den jungen Mann ganz klar das Thema Einsamkeit. Durch den Bestsellerautor Manfred Spitzer ist das Thema gerade wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Unter dem Titel „Einsamkeit. Die unerkannte Krankheit“ veröffentlichte er vor kurzem sein neuestes Buch. Auch wenn seine These, dass Einsamkeit die Todesursache Nr. 1 ist, gewagt klingt, dürfte wohl niemand bestreiten, dass ungewollte Einsamkeit durchaus krank machen kann. Die Idee von Christian Feins Vereinsmodell ist im Grunde simpel. Über die Internetseite www.keinerbleibtallein.net können sich Menschen, denen die ungewollte soziale Isolation schwer zusetzt, formlos bei ihm melden. Unterschieden wird in drei Kategorien. Menschen, die Kontakte suchen, Menschen, die Kontakte anbieten, sowie Menschen, die diesen Verein durch eine Fördermitgliedschaft unterstützen wollen. Der seit eineinhalb Jahren in Worms lebende Mann sortiert anschließend die Mails und organisiert den Kontakt. Hierfür ist es natürlich notwendig, dass ihm die Interessenten ein paar Angaben darüber geben, welche Erwartungen sie haben, aber auch ein paar biografische Daten. Was jemand preisgibt, bleibt letztlich jedem selbst überlassen, ein vorgefertigtes Formular gibt es nicht. In der kurzen Zeit, seit der Verein existiert, konnte Fein bereits 4.300 Namen deutschlandweit registrieren. Durch zahlreiche Rückmeldungen erfuhr er, dass er etlichen Menschen helfen konnte, ihre Einsamkeit zu überwinden. Unterstützt wird der Verein u.a. vom Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik, sowie den Vereinen „Heimatstern“ aus München und „Wege aus der Einsamkeit“. Interessierte können sich sowohl über die Homepage als auch den Facebook Account des Vereins melden. Die Vermittlung ist im Übrigen kostenlos.

Weitere Informationen unter: www.keinerbleibtallein.net