Koks für die Ohren

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Falco-Coverband „Quietschfidelio“, Vorgruppe: Ein Arsch voll Cash

Autorin: Christine Ziegler

17. Mai 2014
Lincoln-Theater in Worms:

Nur wenige Wochen nach dem Debütkonzert in der Funzel präsentierten Quietschfidelio das musikalische Lebenswerk von Falco auf großer Bühne im Lincoln-Theater.

Kurz nach 20 Uhr beschallten die vertrauten Klänge von Johnny Cashs „When a man comes around“ das mittelprächtig besuchte Lincoln- Theater. Christian Herd gab mit seinen Bandkollegen, als Vorgruppe der Falco-Coverband, erst einmal einen ARSCH VOLL CASH aufs Ohr. Die Gesangsstimme ist sicherlich Geschmackssache, ist doch der sich in tiefen Sphären bewegende Johnny Cash relativ schwer zu treffen. Zunächst ließ die Stimmung etwas auf sich warten, was sicherlich der Bestuhlung im Lincoln geschuldet ist, die sich bei Konzerten eher negativ auf die Atmosphäre auswirkt. Nach einer halben Stunde „Cash“ enterte der charismatische Jim Walker jr. (alias Peter Englert) mit QUIETSCHFIDELIO die Bühne, um das Lebenswerk von Falco weiter zu tragen und nebenbei kräftig die 80er wieder aufleben zu lassen. 15 Jahre ist es nun schon her, dass Johann Hölzel alias Falco, einer der bekanntesten Österreicher, bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben kam. Hits wie „Rock me Amadeus“, welcher übrigens 1986 als erster deutscher Hit auf Platz 1 der US Billboard Charts landete, oder „Wiener Blut“ (gesungen in Wiener Schmäh) sind unvergessen und haben an diesem Abend natürlich nicht gefehlt. Ebenso wie „Egoist“, wobei Falco zu seinen Lebzeiten nicht mehr in den Genuss diesen Song selbst live darzubieten und der von Quietschfidelio einer großartigen Neuinterpretation unterzogen wurde. Die Lebendigkeit der Performance ist mit Sicherheit, neben dem witzig-spritzigen Auftreten von unserem Peter, sicherlich auch der stetig wachsenden Band geschuldet, die von anfänglich Vieren auf mittlerweile elf (!) Leute angewachsen war. Neben den üblichen Instrumenten sorgten Trompete, Akkordeon und Backgroundsängerinnen für ein wunderbar harmonisches Zusammenspiel. Zugabe, Schmankerl und anzusehende Herausforderung stellte die Piano Version von „Out of the dark“ dar. Minimalistisch und eindringlich dargeboten, liefen einem durchaus Gänsehautschauer über den Rücken bei Textpassagen wie „Out of the dark into the light…I give up and close my eyes“ – mit dem Wissen, dass Falco die Veröffentlichung des gleichnamigen Albums nicht mehr erlebte und in diesem Song bereits über den bevorstehenden Tod sinnierte.

FAZIT: Ein rundum gelungener Auftritt! Auch Frontmann Peter hat wieder Talent bewiesen. Auch im Aufspüren von illegalen Handlungen, denn ihm ist nämlich aufgefallen, dass sehr viele Songs von Falco von dem ein und selben Thema handeln. Nämlich „Koks“. Da frag ich doch mal ganz frei raus: „Alles klar, Herr Kommissar?“