Kultur genießen heißt gut leben

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Kammermusikkonzert mit dem Minetti Quartett

07. Oktober 2017 | Gut Leben am Morstein in Westhofen:

Gut Leben, das ist nicht nur der Name einer neu eröffneten Location in Westhofen, die ein veganes Restaurant genauso umfasst wie ein Hotel und einen Veranstaltungsort, sondern auch gleichzeitig eine klare Ansage des Inhabers Stefan Spies, der in seiner einführenden Rede an diesem Abend diesen Anspruch nochmals betonte.

Denn auch Kultur genießen zu können, gehört zu den schönen Privilegien des Lebens. Untergebracht ist die Bühne, auf der zukünftig musikalische Hochkaräter spielen werden, in einem ehemaligen Weinkeller des früheren Weingutes „Gut Leben“. Der Auftritt des mehrfach preisgekrönten Streicherensembles „Minetti Quartett“ markierte die Eröffnung des Kulturprogramms. Nachdem zuvor nur ein Chor die Akustik des Gewölbekellers erprobt hatte, war die Spannung groß, hinsichtlich der Frage, inwieweit der Klang auch den Ansprüchen eines kammermusikalischen Konzertes gerecht wird. Die Antwort fällt hierzu knapp aus, denn der trockene Klang geriet nahezu perfekt und unterstützte das akzentuierte Spiel der studierten Musiker. Mitgebracht hatte das Quartett, das in der Besetzung zwei Mal Violine, Vioala und Violoncello spielt, zwei Streicherquartetts des Wiener Musikgenies Wolfgang Amadeus Mozart (Es-Dur KV 160 und Es-Dur KV 428) sowie ein Streicherquartett von Ludwig van Beethoven (D-Dur op. 18/3). Ursprünglich entstand Mozarts Interesse, Streicherquartetts zu komponieren, aus purer Langeweile während einer Reise nach Italien. Inspiriert wurde er hierbei von einer Reihe italienischer Komponisten. Ein Einfluss, der hörbar ist und vom Minetti Quartett durch das lebhafte Spiel unterstrichen wurde. Melodisch und zugleich extrem rhythmisch beeindruckte immer wieder das gegenläufige Spiel der beiden Violinistinnen Maria Ehmer und Anna Knopp. Im Kontrast hierzu zeigte sich inmitten der Mozartstücke das Streicherquartett von Beethoven. Lyrisch dahinfließend überzeugte das Werk mit einer kammermusikalischen Intimität, die immer wieder durch kraftvoll gespielte, erhabene Momente aufgebrochen wurde.

Foto: Ralf Gauck

Fazit: Gelungene Premiere mit einem rundum zufriedenen Publikum und einem sichtlich erleichterten Gastgeber.