Magische Kifferkomödien und Gedichte zum Nachdenken

, , Leave a comment

Kunst gegen Bares mit Moderator Jens Wienand

14. September 2017 | Lincoln Theater:

Seit einigen Jahren betreibt das Mannheimer One-Man-Unternehmen Jens Wienand ein Kleinkunst-Imperium, mit dem er unermüdlich quer durch unsere Region tourt. Neben dem bekannt-beliebten „Poetry Slam“ ist ein weiteres Format „Kunst gegen Bares“. Zum Saisonstart 2017/18 fanden sich zehn Künstler auf der Bühne des Lincoln ein, um die Herzen des Publikums für sich zu gewinnen.

Denn das ist bei dieser Veranstaltung besonders wichtig. Gilt es doch, das Publikum dazu zu bewegen, Geld in eines der am Ende aufgestellten Sparschweine zu werfen. Logischerweise hat derjenige gewonnen, der sich das meiste Geld erspielt hat. Am Ende kamen rund 150.- Euro für alle Teilnehmer zusammen. In Anbetracht einer überschaubaren Zuschauerzahl eine ordentliche Summe, wie der gewohnt souveräne Moderator Jens Wienand mitteilte. Dass das nicht selbstverständlich ist, erläuterte er am Beispiel Heidelberg, wo die Spendenbereitschaft deutlich geringer ausfallen würde und er zuletzt auch noch unerfreuliche Erfahrungen gemacht hätte, da er nach ein paar kritischen Worten vom Publikum beschimpft worden sei. Natürlich hätten die anwesenden Künstler in Worms deutlich mehr als diese Summe verdient. Mal gesungen, mal gesprochen, mal gereimt, waren die Vorträge der Teilnehmer allesamt unterhaltsam, tiefgründig und witzig. Darunter auch der Wormser Slammer Mortimer. Der begeisterte schon einmal die Zuschauer bei einem Slam 2014, wo er als Sieger hervorging. Dazu reichte es in diesem Jahr nicht, dennoch war sein eigenwilliges Vorwort eines wohl noch eigenwilligeren Buches, das er mit 14 geschrieben hätte und mit „Harry Potter trifft Kifferkomödie“ umschrieb – ein durchaus amüsanter Beitrag. Sieger des Abends wurde der Mainzer Slammer Artem Zolotarov. Der Slam-Routinier, derzeit auch amtierender Rheinland-Pfalz-Meister, berührte mit einem sehr intimen Text über sein Leben in Deutschland als Ausländer.

Fazit: Es war schade, dass ein derart unterhaltsames Format nur so wenige Zuschauer ansprechen konnte. An den Künstlern konnte es nicht gelegen haben, die waren ausgesprochen gut aufgelegt und begeisterten mit einem kontrastreichen Programm.