Sein Ziel ist ein politischer Kulturwandel

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Oberbürgermeisterkandidat Richard Grünewald (Bündnis 90 / Die Grünen)

Sein Beruf ist das Handwerk des Winzers, studiert hat er Theologie und seine Leidenschaft gehört der Politik. Seit der letzten Kommunalwahl sitzt er im Wormser Stadtrat, ist zugleich Fraktionssprecher von Bündnis 90 / Die Grünen und macht in dieser Position Oberbürgermeister Kissel immer wieder das Leben schwer. Am 4. November 2018 tritt Richard Grünewald bei der Oberbürgermeisterwahl an, um einen politischen Kulturwandel im Wormser Rathaus anzustreben.

Richard Grünewald liebt den politischen Schlagabtausch, auch wenn OB Kissel ihm immer mal wieder vorwirft, dass er nicht wisse, wie eine Stadt funktioniere. Aus der Ruhe bringen lässt er sich dadurch nicht. Vielmehr scheint es so, als würde er mit seinen hartnäckigen und vor allem kritischen Nachfragen den langjährigen Oberbürgermeister aus der Ruhe bringen. Besonders im Zusammenhang mit den Nibelungen-Festspielen und den ausufernden Kosten rund um das Parkhaus Koehlstraße zeigte sich, dass er die Finger immer wieder in die richtigen Wunden legt. Vor 14 Jahren übernahm der gebürtige Horchheimer das elterliche Weingut. Zuvor durchwanderte der Diplom-Theologe unterschiedlichste Stationen als Pastoralreferent, bei der Lufthansa und bei einer Personalberatung, ehe er sich der Landwirtschaft und der Politik widmete. Der verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder ist neben seiner Stadtratstätigkeit Mitglied des Ortsbeirates Horchheim. Er ist in verschiedenen Umweltorganisationen und engagiert sich für den Verein Rheinhessenhospiz e.V. Sein Fachwissen als Winzer vermittelt er jungen Menschen im Rahmen einer Lehrtätigkeit an der Weinbauschule in Neustadt.

Als Oberbürgermeister möchte er in Worms vor allem eine Politik der Transparenz führen. Bei seiner Nominierung erklärte er, was er auf lokaler Ebene konkret anpacken möchte. Bildung, Mobilität, Klima- und Artenschutz, günstiger Wohnraum und die Digitalisierung sind Themen, die unbedingt vorangetrieben werden müssen. Man müsse „der Politik Beine machen“, denn die Probleme seien bekannt, erklärt er an diesem Tag. Grünewald meint, dass die Menschen oftmals weiter seien, als viele Politiker glauben. Eine Herzensangelegenheit ist für ihn, ganz im Sinne des ökologischen Gedankens seiner Partei, die Verkehrspolitik in Worms. Ein Beispiel ist hierfür die aktuelle Diskussion über eine schlüssige Radverbindung zwischen Osthofen und Worms für Berufspendler. OB Kissel erklärte in diesem Zusammenhang, dass es nahezu unmöglich sei, die Strecke zu schaffen und verwies u.a. darauf, dass der Ausbau eines solchen Radweges eine freiwillige Selbstverwaltungsaufgabe darstelle und somit nicht den haushaltsrechtlichen Vorgaben der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) entspräche. Grünewald sieht das anders und erklärt: „Verkehrssicherheit ist keine freiwillige Leistung, sondern eine kommunale Pflicht. Ferner ist es möglich, für konkrete Projekte Freigaben auszuhandeln, wenn man diese gut erklären kann und wirklich will. Das habe ich in der Vergangenheit schon mit der ADD beim Thema Sprachkurse geklärt.“ Ob Richard Grünewald Chancen hat, den Sozialdemokraten zu beerben, ist unklar. Zum Ziel gesetzt hat er sich, dass er auf jeden Fall ein zweistelliges Ergebnis erreichen möchte.