„Stille Töne“ einmal anders

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Konzert mit Anstatt Blumen, L’aupaire und Mine

Autor: Torsten Schreiner

11. Dezember 2014
Lincoln Theater in Worms:

Gemeinhin ist die „zwei“ nicht gerade eine Zahl, mit der man ein Jubiläum verbindet. Im Falle der beliebten Konzertveranstaltung „Stille Töne“ war es der zweite Geburtstag, den Organisator David Maier und die KVG entsprechend feiern wollten.

Entsprechend hieß, dass das heimelige Ambiente des Heylsschlösschen der Kinoatmosphäre des größeren Lincoln Theaters weichen musste. Schließlich wollte man mehr Leuten als sonst die Möglichkeit geben, an der etwas anderen Geburtstagssause teilzunehmen. Im Gegensatz zu dem üblich reduzierten Klangkonzept (Akustische Gitarre + Stimme), war auch der musikalische Horizont an diesem Abend etwas erweitert. Dieses erweiterte Spektrum nutzte gleich zu Beginn das Duo ANSTATT BLUMEN unter zur Zuhilfenahme einer sogenannten Loopstation, einer technischen Spielerei, die es Musikern ermöglicht, ihren Sound auf Bandgröße anschwellen zu lassen. Musikalisch boten Anstatt Blumen plüschigen Wohlfühlpop, der mit seinem träumerischen Charakter Lust auf mehr machte. Wurde hier noch der Eindruck einer Band simuliert, gehörte die Bühne im Anschluss den fünf Musikern von L’AUPAIRE. Benannt nach deren Frontmann Robert Laupert machten diese bereits mit dem ersten Stück unmissverständlich ihre musikalische Ausrichtung klar – und die ist eindeutig im Herzen Amerikas verortet. Auf den Fährten von Folk, Country und Americana überraschte die gerademal 2013 gegründete Band mit einem mehr als souveränen Auftritt. Vielleicht klangen die Songs ein wenig zu abgeklärt und die Stimme des Sängers Laupert erinnerte ein bisschen zu sehr an eine Mischung aus Kings of Leon trifft Bob Dylan, aber das ist sicherlich nicht der schlechteste Vorwurf. Als letzter Act des Abends gehörte die Bühne der Pop Akademie Absolventin MINE, die sich in den letzten Monaten einen durchweg positiven Ruf erspielt hatte. Diesem wurde sie auch an diesem Abend mehr als gerecht. Mines Musik zu beschreiben, ist kein leichtes Unterfangen. Chanson, Liedermacherin, Deutsch Pop, irgendwie ist alles richtig und doch falsch. Mine sollte man erlebt haben oder zumindest einen Blick bei You Tube riskieren. Letztlich bleibt festzuhalten, dass die Reihe „Stille Töne“ ihren Ausnahmestatus als Konzertveranstaltung in Worms auch in einem nahezu vollbesetzten Lincoln Theater bestätigen konnte. Beim nächsten Mal, am 13. März, geht es allerdings wieder zurück ins Heylsschlösschen.

Fazit: Auch beim Geburtstagskonzert begeisterte „Stille Töne“ mit drei hervorragenden Konzerten. Frei nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ erfreute sich der Konzertabend auch in diesem größeren Rahmen einem ordentlichen Publikumszuspruch.