Tanzen bis zur Selbstaufgabe

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Ein Vorbericht zur Theaterinszenierung „Final Dance“ der DOMino Theatergruppe

Zehn Paare und 175 Stunden tanzen. Das sind die Schlüsselzahlen des neuesten Stücks der Theatergruppe DOMino, das am 1. November im EWR Kesselhaus seine Premiere feiern wird. Konkret geht es in dem Stück um die Tanzshow „Final Dance“, bei der 10 Kandidatenpaare antreten, um ein Preisgeld in Höhe von 1 Million Euro sowie ein brandneues Auto zu gewinnen. Um der Presse einen Vorabeindruck zu gewähren lud Regisseur Christian Mayer in das Lincoln Theater, wo derzeit die Proben stattfinden.

Zu den treibenden Tönen von Robbie Williams „Let me entertain you“ beginnt dann auch das bunte Treiben auf der Bühne. Zehn Paare, vorgestellt von Michael Valentin, der den Moderator des Tanzmarathons mimt, betreten die Szene. Valentin erklärt kurz die Regeln. Sieben Tage müssen die Paare durchtanzen, lediglich alle zwei Stunden darf eine zehnminütige Pause eingelegt werden. Während der Tanzzeit müssen sich die Paare ununterbrochen berühren. Was anfangs einfach klingt, entpuppt sich im Laufe der Zeit als Tortur. Darüber hinaus werden die Paare in den Pausen von Kameras begleitet, was die seelische Selbstzerfleischung unweigerlich vorantreibt. Lose basierend auf dem berühmten Film „Nur Pferden gibt man den Gnadenschluss“, der sich wiederum auf den gleichnamigen Roman von Horace McCoy bezieht, realisiert die junge Theatergruppe mit diesem Stück ihr bislang ehrgeizigstes Projekt. Mayer erklärt im Gespräch, dass er, fußend auf eigenen Castingerfahrungen, bereits vor drei Jahren das Stück auf die Bühne bringen wollte. Er räumt allerdings ein, dass er sich damals noch nicht an die logistische Herausforderung, eine Castingshow als Bühnenstück zu inszenieren, herantraute. Auch was das Ensemble betrifft, betritt Mayer, der auch als Statistenführer bei den Nibelungen Festspielen tätig war, Neuland. Gilt es doch, insgesamt 25 Schauspieler zeitweise auf der Bühne zu versammeln. Fachkundige Unterstützung erfährt er durch die Tanzschule Schmitt Seehaus. Tanzlehrer Stefan Ungefähr ist für eine möglichst realistische Choreografie zuständig. Um den Showcharakter der Inszenierung zusätzlich zu betonen, entschied man sich dafür, „Final Dance“ nicht auf einer Theaterbühne, sondern im EWR-Kesselhaus aufzuführen, wo die Zuschauer die Möglichkeit haben, das Stück von drei Seiten zu sehen. TV-Eventgerecht finden die Aufführungen des Stückes, das das verlogene, menschenverachtende System hinter den Castingshows anprangern will, um 20:15 Uhr statt. Man darf zu recht gespannt sein, was die Gruppe dieses Mal auf die Beine stellen wird.

WANN: Aufführungstermine am 01. /02. / 03./ 04. November um 20:15 Uhr; Einlass ab 19:45 Uhr
WO: EWR-KESSELHAUS, Klosterstr. 23 67547 Worms
VORVERKAUF: Karten gibt’s ab dem 6. September im Dompfarramt Telefon: 0 62 41/61 15