Und wen wählen Sie?

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Am 22. September wählen rund 62 Millionen Wahlberechtigte den 18. Deutschen Bundestag. Wie sieht es mit Ihnen aus? Wissen Sie schon, welches kleinste Übel dieses ganzen Übels Sie diesmal wählen wollen?

Wobei, glaubt man den Demagogen, den Experten und den unzähligen Umfragen ist sowieso schon alles entschieden. Angela Merkel macht’s erneut und kann sich dann in Ruhe aussuchen, mit wem sie regieren möchte. Weiter mit der FDP, die selbst um den Einzug in den Bundestag bangen muss? Oder gibt es doch wieder, entgegen aller Beteuerungen, eine Große Koalition, die die SPD scheut wie das Feuer, weil von der letzten rot-schwarzen Regierung nur eine profitiert hat: Angela Merkel. Aber ich denke trotzdem, dass die Wahl noch nicht entschieden ist, da die Anzahl derer nicht zu unterschätzen ist, die es der aktuellen Regierung nicht verziehen haben, dass sie Milliarden in ein krankes Bankensystem gepumpt hat, das nach der großen Finanzkrise so viele Millionäre wie jemals zuvor produziert hat. Bezeichnenderweise bringt der Staat seit geraumer Zeit keinen ausgeglichenen Haushalt mehr zustande, aber gleichzeitig hat sich das Gesamtvermögen der privaten Haushalte seit der Wiedervereinigung mal eben verdoppelt. Nur komischerweise merken die meisten, die für Banken, Europa oder (immer noch) für die Wiedervereinigung blechen müssen, nichts davon, weil nur einige wenige besonders stark davon profitieren, dass in Deutschland das Geld in den letzten Jahrzehnten schamlos von unten nach oben verteilt wurde.

Dann doch wieder Rot-Grün wählen, also diejenigen, die mit ihren Entscheidungen das ganze Dilemma erst ermöglicht haben? Schließlich hatten wir SPD und den Grünen die Deregulierung der Finanzmärkte und ganz nebenbei noch die Senkung des Spitzensteuersatzes zu verdanken. Oder doch gleich die Linkspartei, die genau die radikalen Ansichten vertritt, die sich viele von der SPD gewünscht hätten. Wer die Linkspartei wählt, riskiert jedoch, dass Peer Steinbrück über die Hintertür mit Hilfe einer rot-rot-grünen Koalition doch im Kanzleramt landet. Bleiben noch die ganz kleinen Parteien, die wohl darum kämpfen müssen, überhaupt im Bundestag zu landen. Eine davon, nein nicht die FDP, sondern die AFD (Alternative für Deutschland) wurde in den letzten Wochen bei Wahlveranstaltungen wiederholt von Autonomen tätlich angegriffen. Wie man eine Partei, die sich in erster Linie die Abschaffung des Euros auf die Fahne geschrieben hat, derart gezielt in die rechte Ecke schieben kann, spottet in einer Demokratie jeglicher Beschreibung. Es würde deshalb nicht verwundern, wenn die AFD am 22. September von diesen Übergriffen eher profitiert. Etwas ruhig ist es um die Piratenpartei geworden, obwohl das Thema „Neue Medien“ in Zeiten von Spionagefällen durch die NSA eigentlich das Steckenpferd im Wahlkampf der Piraten sein müsste. Vielleicht nützt es ja etwas, wenn junges Piratenblut in den Bundestag einzieht, um der mutmaßlichen alten und neuen Kanzlerin endlich mal zu erklären, wie dieses neue Ding da funktioniert. Dieses Internet…