Von Pferden, Tänzern und schweißtreibenden Partys

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Randnotizen der diesjährigen Nibelungen-Premiere

Foto: Andreas Stumpf

Foto: Andreas Stumpf


Wie fanden Sie denn das Stück?

Wer kennt das nicht? Man verlässt eine Veranstaltung, ist womöglich noch etwas gedankenverloren, als man plötzlich geblendet wird und jemand ein Mikro unter unsere Nase hält. Bei der Premiere ist das WO! Mitarbeiterin Nani Felgner-Seitz passiert, als sie in der Pause von einer Reporterin von SWR 3 gefragt wurde, was sie denn „gut“ fände an dem bisherigen Stück. Das war insofern eine heikle Frage, da die erste Hälfte durchaus eine gewisse Ratlosigkeit bei den Besuchern zu Tage gefördert hatte. Also antwortete unsere Nani ganz diplomatisch, dass ihr die Ziegen und das Pferd gut gefallen hätten. Schließlich ist die Hunde- und Katzenbesitzerin als ausgesprochen tierlieb bekannt. Leider wurde ihr Statement nicht in der Fernsehzusammenfassung gezeigt, was wohl auch damit zusammenhing, dass Dieter Wedel in einer anderen Einspielung wiedergegeben hatte, dass es das Schlimmste für ihn wäre, wenn das Pferd die besten Kritiken erhalten würde. Da hat der Herr Wedel schon recht, einfach nur „gut aussehen“ ist noch lange kein Kriterium für eine besondere schauspielerische Leistung. Im Übrigen gilt das für das Pferd gleichermaßen wie für seinen Reiter.

Fred Astaire Award 2014

„Wer bisher dachte, dass jemand von den Grünen nur Müsli isst, Birkenstockschuhlatschen an den Füßen und Frösche über die Straße trägt, der sah sich morgens gegen halb drei eines Besseren belehrt, als Fraktionschef Kurt Lauer mit seiner Gattin über die Tanzfl äche fegte und beim Salsa tanzen nie geahnte Fähigkeiten offenbarte.“ So lautete quasi die Laudatio im Vorjahr, als Kurt Lauer unangefochten den Fred Astaire-Award 2013 für die beste Tanzeinlage bei der Nibelungen Premiere abstauben konnte. In diesem Jahr war nix mit Salsa, denn die großartige Akustik-Drei-Mann-Band des Abends servierte, neben knackigen Versionen von „Sex on Fire“ (Kings of Leon) oder „With or without you“ (U2), zu später Stunde Rock aus der Steinzeit, was auch unseren auf Freiersfüßen wandelnden Oberbürgermeister auf den Plan rief. Fortan konnte es keinen anderen Preisträger für den Fred-Astaire-Award 2014 geben als Michael Kissel, der weit nach Mitternacht zu den Klängen von Jerry Lee Lewis „Great Balls of Fire“ abgesteppt hat, als gäbe es kein morgen mehr. Oder wie man in Worms so schön sagt: „Wie en Lumb am Stegge…“.

Die After-Show-Party

Apropos Tanzen. Im Anschluss an die Premiere fand im Cafe TE am Bahnhof eine Party der an der Nibelungen-Aufführung beteiligten Personen statt. Für beste Partystimmung sorgte eine eigens für den Abend zusammengestellte Band, u.a. mit Schlagzeuger Matthias Trippner (der auch bei der Aufführung am Dom für den Rhythmus sorgt), oder Lasse Engström und „Gerenot“ Peter Englert, die beide in Diensten der Döftels stehen. Wahlweise ergänzt durch weitere Mitglieder der Nibelungencrew, die immer mal wieder die Bühne enterten, um Klassiker der Musikgeschichte zu zelebrieren, wie z.B. eine absolut exzessive Version von Michael Jacksons „Billie Jean“. Nach mindestens 10 Zugaben der erstklassigen Jamsession-Band endete am frühen Morgen gegen 6 Uhr eine der schweißtreibendsten Partys des Jahres bei einer gefühlten Innentemperatur von 40 Grad auf der TE-Bühne. Kein Wunder, dass der Herr Eisermann an diesem Abend mit dem Fächern schier nicht mehr nachgekommen ist. Genützt hats wenig.