Warum Männer noch heute Jäger sind

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Solo Theaterstück „Caveman“

23. Februar 2017 | Lincoln Theater in Worms:

Es ist ein Konflikt so alt wie die Menschheit, der vom Zusammenleben zwischen Mann und Frau lebt. Zahllose Filme, Bücher und Songs haben sich an dem Thema bereits abgearbeitet. Besonders erfolgreich tut dies immer noch das Bühnenstück des Amerikaners Rob Becker, „Caveman“. Wie erfolgreich unterstrich ein ausverkauftes Lincoln Theater.

Die Rahmenhandlung des Ein-Personen-Stücks ist so simpel wie universal. Tom, kongenial von dem früheren Immobilienhändler und Schauspieler aus Passion, Martin Luding, dargestellt, wird nach einem Streit mit seiner Freundin Heike vor die Tür gesetzt. Da sitzt er nun und sinniert über den Verlauf seiner Beziehung, entdeckt dabei den Höhlenmenschen in sich und damit die Tatsache, dass Männer und Frauen schlicht und ergreifend unterschiedliche Sprachen sprechen. Natürlich bedient das Stück so ziemlich alle Klischees, die man zu diesem Thema kennt. Frauen gehen nur shoppen, weil sie eigentlich noch die steinzeitliche Sammlerin von einst sind, während der Mann mit seinen Macken dem Jäger in sich verpflichtet ist, weswegen er mit seiner Fernbedienung nicht einfach umschaltet, sondern Programme jagt! Tom alias Luding klagt über das wechselnde Männerbild und fragt: „Was bedeutet es heutzutage noch, ein Mann zu sein?“ Die Antwort muss jeder freilich selbst finden, oder man wird wahlweise auch mal von der Frau aufgeklärt. Als Luding ins Publikum fragte, was die drei liebsten Orte des Mannes sind, meldete sich unvermittelt die Frau des anwesenden WZ-Schreibers und rief: „Das Gästeklo!“ Luding zeigte sich amüsiert irritiert, während das Publikum einfach nur den skurrilen Abend genoss, der mehr als einmal das Zwerchfell kitzelte. Das Stück, das in Mannheim im Dauereinsatz läuft, lebt von seinen spritzigen Texten und an diesem Abend vor allem von Luding.

FAZIT: Es ist nicht so, dass man am Ende des Abends neue Erkenntnisse vermittelt bekam, dafür gab es aber einen prächtig aufspielenden Martin Luding, der sich mit ganzem Körpereinsatz in die Rolle warf und zu Recht am Ende mit langanhaltenden, stehenden Ovationen belohnt wurde.