Wie Hollywood den Weg nach Bensheim fand

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Philharmonie Merck / Dirigent: Wolfgang Menzel

13. Juni 2014
Hessenpalace Bensheim:

Hessentag 2014, das war schon ein gigantisches Unternehmen. Mehr als 1000 Veranstaltungen in zehn Tagen, 3500 ehrenamtliche Helfer und ganz Bensheim eine einzige Festmeile. Auch WO! konnte sich dem Reiz dieser eigenwilligen Mischung aus Festival, Landesschau und Jahrmarkt nicht entziehen und unternahm eine Reise in das sonst idyllische Nachbarstädtchen am Fuße des Odenwaldes.

Nachdem das WO! Team unter abenteuerlichsten Umständen seine Akkreditierung erstanden hatte, hieß es – bei bestem Wetter – ab in den Shuttle Bus, um sich zur Festmeile fahren zu lassen. Doch mit einer Meile war es nicht getan. Wie ein gigantischer Lindwurm zog sich diese über viele Kilometer bis zum Bahnhof. Abseits der Strecke, immer wieder unterschiedlichste Veranstaltungsorte wie zum Beispiel der Magic Lake, bei dem allabendlich eine Lasershow beeindruckte. Dem gegenüber lag der Hessenpalace, vormals Bensheimer Weststadthalle. Dort residierte an diesem Abend die Philharmonie Merck unter der Leitung des Dirigenten Wolfgang Menzel. Zwei Stunden lang widmete sich das Orchester den Tonschöpfern aus Hollywood, sprich der Filmmusik. Der Schwerpunkt lag auf Werken des fünffachen Oscar prämierten Komponisten John Williams, der – bis auf „Die Farbe Lila“ – alle Filme von Steven Spielberg vertonte. Aus diesem gemeinsamen Werk spielte das hessische Orchester eine Suite aus dem Kriegsepos „Die Gefährten“. Selbstverständlich kam auch die berühmte Fanfare aus „Star Wars“ ebenso zu Gehör wie das majestätische Thema aus „Jurassic Park“. Das filmmusikerfahrene Orchester bemühte sich redlich, die teils komplexen Partituren originalgetreu wiederzugeben, litt jedoch unter einer schwachen Trompetensektion und unter der schlechten Akustik des Hessenpalace. Größter Schwachpunkt des Abends war jedoch Moderator Juri Tetzlaff, der ausgiebig über Inhalte oder Nebensächlichkeiten der Filme erzählte, aber wenig Wissenswertes über die Komponisten zu berichten wusste.

Fazit: Unterhaltsames Konzert, das die Filmmusik in das Rampenlicht stellte, jedoch unter einem etwas zu plauderfreudigen Moderator litt.