Wundertüte Wormatia

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Trainer Jones muss aus 18 Neuzugängen ein schlagkräftiges Team formen

Dass nach der letzten Saison, in der erst am letzten Spieltag der Klassenerhalt gelang, ein Umbruch stattfinden würde, war frühzeitig klar. Nicht jedoch, dass kaum noch jemand vom alten Kader übrig bleiben würde. Aus 18 Neuzugängen, fünf „alten“ Spielern und drei Jugendspielern muss Trainer Steven Jones eine schlagkräftige Truppe formen, die in der nächsten Spielzeit frühzeitig den Klassenerhalt sichern soll.

Allzu viel Zeit hat er dafür nicht, denn nicht nur in der Liga geht es gleich richtig zur Sache, auch im DFB-Pokal wartet am 18.08. ein großes Spiel auf die nahezu komplett neuformierte Mannschaft von Wormatia Worms. Von daher stand in den letzten sechs Wochen neben Ausdauertraining und Taktikschulung auch das Thema Teambuilding auf dem Programm. Zwei Wochen vor Rundenbeginn hat der Verein noch ein dreitägiges Trainingslager in Sommerhausen bei Würzburg absolviert. Auf den Kader warteten zwei Trainingseinheiten täglich, außerhalb des Platzes war auch die gemeinsame Freizeitgestaltung ein wichtiger Punkt. Das Trainerteam war zufrieden mit den intensiven Trainingseinheiten und ist angesichts der gut gelaunten Truppe sicher, dass diese gemeinsamen Tage den Zusammenhalt und das Miteinander gestärkt haben. Auch die Anhänger der Wormatia konnten die Neuen bereits beim gemeinsamen Grillfest kennenlernen. Unter den zahlreichen Abgängen waren schließlich auch Identifikationsfiguren, wie Auracher (Stuttgarter Kickers) oder Maas (Karriereende), die man gerne noch ein Jahr in Worms gesehen hätte. Ebenso wie Gösweiner, Schmitt, Straub oder Kizilyar, die ihre Fühler schon frühzeitig nach einem neuen Verein ausgestreckt hatten, als der Ligaverbleib der Wormatia noch in den Sternen stand. Auch langjährige Wormatia-Spieler wie Himmel (TSG Pfeddersheim), Pinheiro (FK Pirmasens), Metzger (1860 München II.) oder Stulin (Alemannia Aachen) gehören nicht mehr zum Kader. Als dann noch Stammtorhüter Steve Kroll, der noch ein Jahr Vertrag hatte, zwar die Vorbereitung beim VFR absolvierte, aber kurz vor Transferschluss zum Drittligisten Sportfreunde Lotte wechselte, waren gerade mal fünf Spieler vom letztjährigen Kader übrig geblieben. Darunter mit den Offensivkräften Burgio und Dorow nur zwei Spieler, die man, sofern sie fit waren, als Stammspieler bezeichnen würde. Gopko, Afari und Matsumoto waren in der letzten Saison nicht über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinausgekommen. Aber da die Karten bekanntlich neu gemischt werden, wird von den Spielern, die am 21.05. den Pokalsieg gegen Alemannia Waldalgesheim eingefahren haben, kaum noch jemand auf dem Platz stehen. Die Fans der Wormatia werden also in den ersten Spielen viel Geduld aufbringen müssen, da es vermutlich noch an der Abstimmung hapern wird. Wenn drei Viertel der Spieler neu im Verein sind, muss sich auch zwangsläufig eine neue Hackordnung innerhalb des Teams bilden. Mit Cedric Mimbala, Tevin Ihrig, Malte Moos, Andreas Glockner, Sascha Korb, Luca Graciotti oder Dimitrios Ferfelis hat der VFR regionalligaerfahrene Spieler verpflichtet. Die nächsten Wochen werden zeigen, welche Spieler zukünftig eine Führungsrolle übernehmen. Genauso wichtig wird jedoch sein, das haben die letzten Jahre gezeigt, wie stark die zweite Reihe der Wormatia ist. Spätestens dann, wenn die ersten Leistungsträger ausfallen, müssen die jungen Wilden wie Leon Volz, Aret Demir, Ahmed Diack, Cedric Heller oder Linus Radau den Beweis ihrer Regionalligatauglichkeit antreten. Im August geht es mit sieben Pflichtspielen richtig zur Sache, danach weiß man schon eher, wohin die Reise geht. Bis dahin ist Wormatia Worms, was die wahre Stärke des Kaders angeht, eine echte Wundertüte.