30 Jahre ambulante ökumenische Hospizarbeit – 30 Jahre nah am Menschen
Eine Pressemitteilung des Evangelischen Dekanats Worms?Wonnegau:

Ein Jubiläum, das leise daherkommt und doch von großer Bedeutung ist: Seit 30 Jahren begleitet die Ökumenische Hospizhilfe in Worms Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Was 1995 mit viel Idealismus begann, ist heute ein fest verankerter Bestandteil des sozialen Lebens in der Stadt. Am vergangenen Sonntag wurde dieses Wirken mit einem Festakt im Wormser gewürdigt.
Am Anfang des Festaktes stand ein geistlicher Impuls von Dekanin Jutta Herbert und Propst Tobias Schäfer. Eine von Dr. Ulrike Löffler moderierte Gesprächsrunde, ließ Raum für Rückblick, Austausch und Perspektiven. Dabei wurde deutlich, wie stark die Wormser Hospizarbeit seit drei Jahrzehnten vom außergewöhnlichen Einsatz Ehrenamtlicher lebt. Mit Zeit, Mitgefühl und persönlichem Engagement stehen sie Menschen in einer existenziellen Lebensphase zur Seite. Dieses stille Wirken bleibt oft unsichtbar, ist jedoch für Betroffene und Angehörige von unschätzbarem Wert und aus dem sozialen Leben der Stadt längst nicht mehr wegzudenken.
In ihrer Andacht erinnerte Dekanin Jutta Herbert mit spürbarer innerer Bewegung an die Anfänge der ambulanten Hospizarbeit und an die vielen Menschen, die diese Aufgabe über drei Jahrzehnte getragen haben. Für sie sei die Zahl 30 keine bloße Statistik, sagte Herbert, sondern erfüllt von Gesichtern, Begegnungen und Geschichten. Sie sprach von Ausbildungskursen, von gemeinsamem Lachen und Weinen, sowie von den Menschen, welche sie gemeinsam mit Schwester Maria Beata begleiten durfte. Ihre Worte stellte Herbert unter ein Bibelzitat aus dem Matthäusevangelium: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Hospizarbeit bedeute, am verletzlichen Punkt des Lebens präsent zu sein, Menschen nicht allein zu lassen, zuzuhören, auszuhalten und Würde zu bewahren. Dankbar erinnerte sie an Ehrenamtliche, Hauptamtliche und Angehörige, die oft mit großer Hingabe begleiteten. Auch Kathrin Anklam-Trapp, erste Vorsitzende des Fördervereins, würdigte den „unglaublichen humanitären Dienst“, der in Worms seit nunmehr drei Jahrzehnten geleistet werde.
Getragen wird die Hospizarbeit von Caritas, Diakonie, der Katholischen Kirche und dem Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau. Der Leitgedanke „Leben bis zum letzten Tag“ prägt das Handeln bis heute. Zum Festakt war auch Ministerpräsident Alexander Schweitzer als Ehrengast zugegen. Musikalisch gestaltet wurde der Nachmittag vonOlga Nodel und Kenta Nishino. Das Jubiläum machte eindrücklich deutlich, wie unverzichtbar dieses Engagement für Worms und die Region geworden ist. Mit einem gemeinsamen Umtrunk klang die Feier aus, verbunden mit dem Dank an alle, die diese Arbeit aufgebaut haben und weiterhin mit Herz und Zeit erfüllen. Die Botschaft des Tages blieb dabei klar: Kein Mensch soll am Ende seines Lebens allein sein.
Foto: Mit einer Andacht eröffnete Dekanin Jutta Herbert des Festakt zum 30. Jubiläum der Ökumenischen Hospizhilfe Worms
Fotografin: Lea Merk




