DER SPIRIT VON BRUCE SPRINGSTEEN
Kritik zu „BOSSTIME – A Tribute to Bruce Springsteen and the E-Street-Band“

29. November 2025 | Musiktheater Rex in Bensheim: Es gibt in Europa jede Menge Bruce-Springsteen-Tribute-Bands, aber die beste kommt aus Deutschland. Traditionell schauten BOSSTIME in der Vorweihnachtszeit in Bensheim vorbei und hinterließen ein begeistertes Publikum im nahezu ausverkauften Musiktheater Rex.
Dass man als Springsteen-Coverband ein hohes musikalisches Niveau an den Tag legen muss, steht außer Frage. Zum Covern gehört aber nicht nur das Nachspielen von Akkorden, sondern ebenso, den Spirit einer Band einzufügen. Und das schafft die Band BOSSTIME um ihren Frontmann Thomas Heinen aus Köln, der auch wie der Boss klingt, gehören doch zum Geist der E-Street-Band unabdingbar Authentizität, Leidenschaft und Spielfreude. Bereits mit dem Opener „Ghosts“ und dem nachfolgenden „Because the Night“ wurde das Publikum von Anfang an mitgerissen. Während in der ersten Konzerthälfte das Gaspedal noch nicht richtig durchgetreten wurde und eher getragene Nummern wie „Letter to you“, „Tougher than the Rest“ oder „Streets of Philadelphia“ dominierten, gab es dann nach einer halbstündigen Pause kein Halten mehr. Jetzt waren es nur noch mitreißende Songs wie „Born in the USA“, „The Rising“, „Lonesome Day“ oder „Badlands“, die den Saal in ein Tollhaus verwandelten.
Die Symbiose aus einem entfesselten Publikum und einer bestens aufgelegten Band sorgte beim letzten Song „Born to Run“ für einen kochenden Saal. Im Jahr 2024 war kurz vor dem Bensheimer Konzert der Vater von Sänger Thomas Heinen verstorben, diesmal spielte er als erste Zugabe „I’ll see you in my dreams“, das Springsteen bei seinen Konzerten den verstorbenen Bandmitgliedern widmet. Es folgten „No Surrender“ in einer fantastischen Unplugged Version und natürlich „The River“ in einer epischen Liveversion. Zur festen Tradition bei BOSS-TIME gehört die letzte Zugabe des Abends, „Dancing in the Dark“, die noch einmal ordentlich Bewegung in den Saal brachte. Auch wenn das Publikum danach immer noch nicht nach Hause wollte, hatte sich die Spielzeit nach der letzten Zugabe stramm Richtung Drei-Stunden-Marke bewegt. Und auch das haben BOSSTIME mit Springsteen gemeinsam.
Fazit: Großartiges Konzert einer bestens aufgelegten Band, die mit gerade mal sechs Mann auf der Bühne die „Wall of Sound“ eines Bruce Springsteen nahezu perfekt reproduziert.
Text: Frank Fischer, Foto: Michael Deichert

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