MITREISSEND UND INTENSIV
Kritik zu „Moonwalk“ (Europaballett)

17. Dezember 2025 | Das Wormser Theater: Er war der „King of Pop“ und doch war Michael Jackson Zeit seines Lebens auch eine tragische Person. Ein Peter Pan, gefangen im Fluch der verlorenen Kindheit. Der Choreograf Peter Breuer widmete dem getriebenen Künstler ein großartiges Ballett, das nun auch in Worms begeisterte.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung trat der Choreograf und Ballett Inten-dant Peter Breuer vor sein Wormser Publikum, um ein wenig über den fol-genden Inhalt der Show zu plaudern. Das war zwar nett gemeint und richtete sich auch an jene Gäste, die nicht mit dem Leben Michael Jacksons vertraut waren, doch grundsätzlich vertritt der Autor dieser Zeilen die Ansicht, dass ein Stück selbsterklärend sein sollte. Und das war „Moonwalk“ durchaus. Mitreißend choreografiert und intensiv gespielt und getanzt, überzeugte „Moonwalk“ mit seiner tänzerischen Reise durch Jacksons Leben.
Ausgestattet mit einer schlanken Nettospielzeit von rund 90 Minuten war das tragische Leben des Musikers natürlich stark verkürzt. Die Bedeutung des Mu-sikers für die Popkultur wurde letztlich über die große Hitdichte vermittelt, zu der das Ensemble präzise und ausdrucksstark tanzte. Im Mittelpunkt stand vor allem der überaus talentierte Tänzer Benjamin Skupien, dem es weitestgehend ohne Worte gelang, den inneren Widerspruch Michael Jacksons und dessen Suche nach Geborgenheit und Liebe darzustellen. Das Publikum erklatschte sich am Ende des Stücks nicht umsonst noch eine Zugabe.
Anmerkung in eigener Sache: Längst ist es auf Konzerten Normalität, sein Handy in die Höhe zu recken, um am Ende ein paar wenig gelungene Film-aufnahmen seines Lieblingsevents sein Eigen zu nennen. Während bei Stehplatzkonzerten das Filmen meist keine Einschränkungen für weitere Besucher mit sich bringt, ist das hellerleuchtete Display im dunklen Thea-tersaal für Mitbesucher eine sehr störende Angelegenheit. Leider ist die-ses Phänomen auch im Wormser Theater immer mehr zu beobachten. So auch bei „Moonwalk“. Zwar hielt sich die große Mehrheit an das Fotogra-fier- und Filmverbot, allerdings waren im direkten Umfeld des Redakteurs drei Damen jenseits der 60 weniger rücksichtsvoll und erlebten so den eigentlichen Abend nur durch das Display ihres Smartphones. Um es kurz zu machen: Es ist einfach ein schlechtes Benehmen und eine unerhörte Missachtung von Urheberrechten und Mitmenschen…
Text: Dennis Dirigo, Foto: Andreas Stumpf




