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NA, BEEF? 1996 IST 30 JAHRE HER. UPS!

„Es ist 2026, meine Freundin ist weg und bräunt sich in der Südsee…“ Im Jahr 2026 haben sich „Fettes Brot“ aufgelöst, die „Fantastischen Vier“ haben ihre letzte Tour angekündigt und die „Rolling Stones“ sind nicht mehr in der Lage, auf Tour zu gehen, weil es sich der als unsterblich geglaubte Keith Richard gesundheitlich nicht mehr zutraut. Klingt wie eine ganz miese Utopie aus einem Weltuntergangsfilm von Roland Emmerich, ist aber tatsächlich im Jahr 2026 Realität.

Liebe Leser,

im Jahr 1996 kam nicht nur der oben erwähnte Song „Jein“ raus, es war gleichzeitig das Jahr von „Macarena“, „Independence Day“ war in den Kinos und die deutsche Nationalmannschaft gewann die Europameisterschaft durch ein Golden Goal von Oliver Bierhoff. Ganz nebenbei feierte ich meinen sechsten Geburtstag im McDonalds in der Fußgängerzone und gewann im Happy Meal einen Kühlschrankmagneten vom Burgerdieb, aber das nur am Rande.

An was werden wir uns wohl in 30 Jahren erinnern, was alles von 2025 übrigblieb? Donald Trump wurde zum zweiten Mal Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und ja, er hat sich von seiner Ausdruckweise her nicht wirklich seit dem letzten Mal geändert. Apropos Amerikaner: Papst Franziskus starb 2025 und wurde von Papst Leo, einem Amerikaner, beerbt. Ah und neben Amerika liegt Kanada, da ist Justin Trudeau nicht mehr Premierminister und wohl jetzt mit Katy Perry zusammen. Außerdem sind Oskar Schindler (Liam Neeson) und CJ Parker (Pamela Anderson) seit diesem Jahr ein Paar. Tja, love wins always. In Deutschland gab es eine vorgezogene Bundestagswahl und mit Merz den zehnten deutschen Bundeskanzler, aber ich glaube, nie-mand würde aktuell dafür garantieren oder wetten, dass wir 2026 nicht wieder einen neuen Bundestag wählen. Aber starten wir mal mit Zuversicht ins neue Jahr! Schließlich ist Italien ja nur das Urlaubsvorbild und nicht das politische.

WAS WAR EIGENTLICH IN WORMS SO LOS IN 2025?

Also eines kann ich schon mal verraten: Das Gerberquartier, das ehemalige Rheinmöve Ge-lände und natürlich das K32 sind nicht fertig geworden und auch das Salamandergelände sieht nicht so aus, als würde morgen der erste Feuerwehrwagen zum Einsatz rollen. Gut, Stuttgart 21 ist auch nicht fertig, was sind denn schon ein paar Jahre Verzug und ein paar Millionen mehr? Dafür wird Geduld manchmal belohnt, denn die B9 in Richtung Mainz ist wieder offen und es ist sogar wieder möglich, ganz normal zum Megges abzubiegen, wie mir Kollege Schreiner berichtete. Aber nicht nur das: Der Lidl in der Alzeyer Straße wurde innerhalb eines halben Jahres abgerissen und wieder aufgebaut (so geht es halt auch) und pünktlich zu Weihnachten hatte das Matadero, sprich der Alte Schlachthof, seine Pforten schon mal ansatzweise geöffnet. Geht doch.

In Worms gibt es zudem seit letztem Jahr, nach einem Jahr Wartezeit (ja, in Worms ist es manchmal wie bei der Deutschen Bahn…), die erste Dreierkoalition und ich bin sogar Teil davon. Sehr zum Leidwesen meines Kolumnennachbarn Dr. Bert Bims, der eigentlich fest damit rechnete, selbst Dezernent zu werden und sich schon mal zur Vorbereitung eine Penthouse-Wohnung angeschaut hat. Sorry Bert, dafür gab es aber immerhin eine Postkarte mit einem lustigem Rathausmotiv von mir zu Weihnachten!

Wenn ich für mich so reflektiere, war das für mich eine große Veränderung in meinem Leben. Ich schaff jetzt bei der Stadt. Das hätte mir 1996 auch noch niemand geglaubt, da wollte ich ja noch Profifußballer werden (Ich weiß auch nicht, woran das nochmal gescheitert ist.). Eine Veränderung ist es auch deshalb für mich, weil ich nach elf Jahren die Bad Hersfelder Festspiele verlassen habe. Das ist schon ein komisches Gefühl, denn gerade jetzt um den Jahreswechsel bereitet man eigentlich die Besetzung vor, macht vielleicht noch ein Casting und überlegt schon mal so für sich: „Oh, was spiele ich denn eigentlich so? Muss ich da viel lernen? Oh Gott, was soll ich tanzen?!“

Aber wie das so ist mit Veränderungen, manchmal passiert in vielen Jahren gar nichts und in einem Jahr dann eben alles. Und egal, was 2026 auch immer bringen mag. Kopf hoch, lächeln, weiter und wenn man irgendwo tanzen kann, einfach tanzen. Das funktioniert (fast) immer.

In diesem Sinne: Ein frohes Jahr 2026! Jim Walker jr

PS: Chef, wo war eigentlich die Weihnachtsfeier?!