SAGEN SIE MAL, HERR BIMS…Teil 155: So war 2025
Zu 2025 fallen mir jede Menge unangenehme Dinge ein, über die allge-mein viel zu wenig gesprochen wird. Zum Beispiel den Krieg in der Ukraine, Migrationsprobleme, Rechtspopulismus, Donald Trump, Wladimir Putin und nicht zu vergessen die Existenzberechtigung von Palästina, aber vor allem von Pizza Hawaii und Nutellabrot ohne Butter. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen:
„Sagen Sie mal, Herr Bims, wie haben Sie denn das Jahr 2025 erlebt?“
Was für mich persönlich 2025 sehr unangenehm war und worüber ich gar nicht gerne spreche, war meine erste Prostatavorsorgeuntersuchung. Aber wir sind ja hier, um die ganz großen Themen abzuhandeln, wie das hünenhafte 1,98-Meter-Problem Friedrich Merz. Der eher für seine robuste Sprache bekannte Sauerländer hat im letzten Jahr so manches rhetorische Feuerwerk abgefeuert, als er beispielsweise junge Migranten als „kleine Paschas“ bezeichnete oder geglaubt hat aufzudecken, dass sich abgelehnte Asylbewerber erst noch in Deutschland beim Zahnarzt eine neue Kauleiste machen lassen.
Bei einem Besuch in Angola suchte Mister Rambo-Zambo am Frühstücksbüffet in Anbetracht der mangelhaften afrikanischen Backkunst vergeblich nach einem „ordentlichen deutschen Brot“ und freute sich nach dem Besuch des Klimagipfels in Belém, endlich aus einem Land wie Brasilien weg und wieder im „schönen Deutschland“ zu sein. Und dann kam kürzlich heraus, dass der Mann, der gerne mal einen erdigen Stammtischspruch raushaut, hinter den Kulissen genauso eine beleidigte Leberwurst wie Robert Habeck ist, der einem Rentner wegen seines „Habeck-Schwachkopf“ Posts die Polizei nach Hause geschickt hat.
Im Falle von Merz wurden Hunderte Strafanträge von der Agentur „So done“ gestellt, die dem FDP-Politiker Alexander Brockmeier gehört. Ihr Internetdurchsuchungsprogramm soll offiziell Hass im Netz bekämpfen, aber verdient sich dumm und dämlich damit, die mächtigsten Politiker des Landes vor Beleidigungen zu „schützen“. In mindestens zwei Fällen führten die Strafanträge von Friedrich Merz sogar zu Hausdurchsungen. Bei einem Mann, der ihn „drecks Suffkopf“ nannte, ebenso wie bei einer schwerbehinderten Rentnerin, die ihn als „kleinen Nazi“ bezeichnete. Auch in unserer Redaktion ist die Nachricht über das mimosen-hafte Verhalten eines Staatsoberhauptes eingeschlagen wie eine Bombe und unser Chefredakteur hat umgehend die Weisung ausgegeben, dass wir „Mister Burns“ ab sofort nur noch subtil beleidigen dürfen.
Vorbei die Zeiten, als die Satirezeitung TITANIC einst über Merz schrieb: „Ich lebe mit einem Schweineherz“. Als Merz vor 25 Jahren mal gefragt wurde, wie seine Jugend war, hat er betont cool geantwortet, dass er mal mit dem Mofa – ohne Helm! – durchs Sauerland gebrettert wäre. Daraufhin veröffentlichte die TITANIC die verschollenen Schultagebücher des kleinen Friedrich unter dem Titel „Sie nannten ihn Fotzenfritz“. So etwas wäre heute gar nicht mehr möglich. Als wir kürzlich bei einer Redaktionssitzung festgelegt haben, welche Randgruppen man nicht mehr diskriminieren darf, da blieben tatsächlich nur noch weiße, heterosexuelle Männer ohne Migrationshintergrund übrig, die man weiterhin bedenken-los beleidigen kann. Einzige Ausnahme ist aber offensichtlich Friedrich Merz.
PREISTRÄGER DES JAHRES 2025
Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Rhein-metall hat 2025 den Janusz-Korczak-Preis für Menschlichkeit erhalten. Dem Vernehmen nach hat sie sich die Medaille an ihren Kriegshelm genagelt und dann gings direkt zurück in den Schützengraben in Brandenburg, um dort auf den bösen Russen zu warten. Donald Trump hat zwar nicht den Friedensnobelpreis erhalten, aber immerhin den Friedenspreis der FIFA, weil er höchstpersönlich die Gallagher-Brüder wieder zwangsversöhnt und auf große Welttour geschickt hat. Was das mit Fußball zu tun hat, fragen Sie? Naja, Oasis sind Riesenfans von Manchester City. Reicht das als Begründung? Im Übrigen arbeitet der US-Präsident zurzeit daran, in den seit Jahrhunderten verfeindeten Regionen Villariba und Villabajo für Frieden zu sorgen, indem er Care-Pakete mit „Fairy Ultra“ nach Villariba schicken lässt. In Worms waren die Preisträger des Jahres die „Döftels“, die den Deutschen Rock und Pop Preis gleich in drei Kategorien gewinnen konnten. Darunter u.a. für „Bestes Musikvideo“ – und das, obwohl mein satirischer Kolumnennachbar zur Linken darin mitspielt.
Aber Ästhetik spielt bei der Preisvergabe offen-sichtlich keine Rolle, schließlich waren vor vielen Jahren PUR eine der Bands, die mit dem Deutschen Rock- und Pop Preis den ersten großen Karriereschritt gemacht hat. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Frontmann Hartmut Engler hat sich einen 80er Jahre „Vokuhila“ mit Pferdeschwänzchen zugelegt und anschließend ganz groß Karriere gemacht. Also Herr Englert mit „t“, ab zum Friseur, Matte runter und ein dezentes Schwänzchen stehen lassen – dann wird’s auch noch was mit der Musikkarriere!! Vielleicht sollte er sich ein Beispiel an unserem Bundestagsabgeordneten Jan Metzler nehmen, dessen rötliches Haupthaar maßgeblich für seinen Erfolg verantwortlich ist. Zwar landete Metzler im Jahr 2025 in einer von der BILD-Zeitung mithilfe eines speziell entwi-ckelten KI-Systems erstellten Rangliste der „Schönsten Bundestagsabgeordneten“ nur auf einem skandalösen Platz 207. Aber wer mit Welthits wie „Perfect“, „Shape of you“ oder „Bad Habits“ ganze Stadien ausverkauft, kann locker darüber hinwegsehen.
Mit schelmischen Grüßen Dr. Bert Bims



