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SAGEN SIE MAL, HERR BIMS? Teil 157: Verschwörungstheorien

Xavier Naidoo tritt wieder als Sänger auf – und das ist tatsächlich das kleinere Übel. Denn leider schwurbelt er auch wieder und ist da nicht alleine. So hat der USPräsident kürzlich den Klimawande beendet erklärt. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal, Herr Bims, besteht denn die Welt nur noch aus Schwurblern?“

„Kannibalen ist es das Allerwichtigste, dass wir alle Kannibalen werden, mit ihnen zusammen, damit wir alle in die Hölle runterfahren.“ Was sich zunächst wie eine gewöhnliche Sonntagspredigt in der Katholischen Kirche anhören mag, waren in Wirklichkeit die prophetischen Worte des weisen Philosophen Xavier Naidoo. Ja, er ist zurück und hat innerhalb kürzester Zeit bewiesen, dass er nach wie vor ein begnadeter Sänger und ein noch begnadeterer Schwurbler ist. Professor Naidoo ist auch Verfechter der Theorie, dass wir alle unwissentlich schon einmal Menschenfleisch gegessen haben und dass man dann kein Mensch mehr ist. Die eigentlich spannende Frage lautet jedoch, ob man dann noch Veganer ist, wenn doch in diesem speziellen Fall gar keine tierischen Produkte zum Einsatz gekommen sind? Ich persönlich bin ja ein Verfechter der Theorie, dass jemand, der einmal pro Woche beim Asiaten Essen geht, im Laufe seines Lebens mindestens eine Katze verspeist hat. Aber Menschenfleisch zu verarbeiten, würde ich nicht mal McDonalds zutrauen. Nichtsdestotrotz geh ich neuerdings auf Nummer sicher und frag vor jeder Bestellung nochmal explizit nach, was alles in dem Burgerfleisch verarbeitet wurde. Da lass ich mir die komplette Zutatenliste am Autoschalter runterbeten und dann ist es mir auch scheißegal, wenn die Autos hinter mir hupen. Sicher ist sicher. Dem amerikanischen Unternehmen „Lays“ unterstellt Naidoo, sie würden „embryonales Gewürzmittel“ auf ihre Chips streuen. Da ich eher „Funny frisch“ oder „Chio“ bevorzuge, kann ich ziemlich sicher sein, dass auf meinen Chips zwar tonnenweise Geschmacksverstärker landen, aber keine Gewürze, die aus kleinen Babys hergestellt werden. Das würde ich auch sofort merken, denn aufgrund meiner „Populus Intolerantia“ (Latein für: „Menschenunverträglichkeit“) krieg ich ansonsten direkt SprühDurchfall. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich jemals zu diesem Satz hinreißen lasse: „Xavier, bleib doch bitte einfach beim Singen…“ Obwohl ich durchaus seine Fähigkeit bewundere, mit so wenig Überblick so viel Meinung zu haben.

ENDLICH: KEIN KLIMAWANDEL MEHR

Ein weiteres Beispiel für jemanden, der sich nicht von Fakten verunsichern lässt, ist Donald Trump. Der hat kürzlich vor aller Welt den Klimawandel für beendet erklärt und uns allen damit zumindest eine große Sorge genommen. Wurde auch Zeit, dass endlich mal jemand ein Machtwort spricht!! Andererseits fiel mir dazu folgender Satz ein: „Du kannst 50 Gelehrte mit einem Fakt zum Schweigen bringen, aber du kannst nicht einen Idioten mit 50 Fakten zum Schweigen bringen.“ Nichtsdestotrotz ist das Thema Umweltschutz auch im rheinlandpfälzischen Landtagswahlkampf eher unterrepräsentiert. Kein Wunder, wenn sogar die Klimakleber neuerdings mit PalästinaFahnen durch die Innenstädte laufen. Aber es gibt ja auch durchaus im Kleinen Erfolge in Sachen Umweltschutz zu vermelden. So hat man im Kreis AlzeyWorms im letzten Jahr ein neues Müllsystem eingeführt, das die Verantwortlichen jubeln ließ, weil nun deutlich weniger Restmüll in der Tonne landen würde. Wenn unser ehemaliger Misswirtschaftsminister Robert Habeck die Situation schnell genug erfassen würde, würde er jetzt vermutlich sagen: „Der Müll ist ja nicht weg. Er liegt jetzt nur woanders.“ Wenn man nämlich den ganzen illegal abgeladenen Müll mühsam im Wäldchen einsammeln muss, ist man in Sachen Umweltschutz nicht wirklich weitergekommen. Kim Kardashian ist letztes Jahr von LA nach Paris geflogen, hat sich ihren LieblingsCheesecake in einem Pariser Hotel gekauft und ist direkt wieder zurückgeflogen. Und wir wollen die Welt retten, indem wir aus diesen labbrigen Strohhalmen trinken, in denen der dickflüssige Milchshake immer hängenbleibt (vermutlich, weil zu viel Menschenfleisch zugesetzt wurde…). Oder wir diskutieren hierzulande über ein Böllerverbot an Silvester, während in den Arabischen Emiraten das größte und längste Feuerwerk aller Zeiten stattfand. Sie merken schon, das Thema Umweltschutz ist irgendwie ausgelutscht. Das hat selbst Greta Thunberg erkannt und hasst jetzt lieber Juden. Dann wollen wir mal hoffen, dass Greta nicht das Dschungelcamp geguckt hat, sonst klebt sich die ehemalige Klimagöre noch vor der RTLSendezentrale fest.

UND WAS GIBT’S NEUES IN WORMS?

In Worms hat ein neuer Dönerladen aufgemacht und er heißt „Döner am Dom“. Wo ist jetzt die Neuigkeit, werden Sie jetzt wohl sagen? Ich fasse deshalb die Kommentarspalten bei Facebook kurz für Sie zusammen: „Das hat grad noch gefehlt in Worms!“ (Was? Gibt es etwa schon einen Dönerladen in Worms?)
„Hahaha, Worms wird wow!“
(Wow, das ist aber originell!!)
„Es werd immer schlimmer!!1!!“ (Klassiker!!)
„Des werd nie was in Worms!“ (Noch ein Klassiker) Ein Imbiss mit Currywurst, Schaschlik, Bratwurst und Nierenspieß, das wäre mal was gewesen!“
(Stimmt, genau deswegen hat nacheinander jeder
Imbiss mit genau diesem Sortiment zugemacht…)
„Schon wieder ein Dönerladen. Wann kapiert die Stadt endlich, dass es langsam reicht mit Döner“ (Wer es noch nicht wusste, der Betreiber des neuen Dönerladens ist tatsächlich die Stadt Worms in Person der kompletten Führungsspitze. Adolf Kessel schneidet das Dönerfleisch, Stephanie Lohr rollt in der Küche die Köfte, Timo Horst schneidet heulend die Zwiebeln und Peter Englert beseitigt ganz unbürokratisch die Essensreste).

Ich komme deshalb zu dem Fazit:
Vielleicht besteht unsere Stadt nicht aus Schwurblern, aber zumindest aus sehr vielen Leuten, die immer schon vorher wissen, dass sowieso alles scheitert.