SAGEN SIE MAL, HERR BIMS? VERRÜCKTE WELT
Meine Damen und Herrinnen, das Jahr 2026 gibt aber ganz schön Gas. Mittendrin Donald Trump, der den Präsidenten von Venezuela entführt hat, Kanada eingemeinden und Grönland an sich reißen wil , während er im Vorbeigehen die Zölle in einer Schlagzahl erhöht, wie andere Leute ihre Unterbuchsen wechseln. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal, Herr Bims, geht es denn in der Welt da draußen verrückter zu als in unserem heimischen Worms?“
Auf jeden Fall. In der heutigen Zeit kann man fast nicht mehr unterscheiden zwischen FakeNews und echten Nachrichten. Immerhin war der Schnee real, der unser schönes Worms Anfang des Jahres in eine Winterlandschaft verwandelt hat. Während es in der Weihnachtszeit und an Silvester hauptsächlich auf den Spiegeln des Landes geschneit hat, fielen endlich auch draußen echte weiße Flocken. Schnee im Januar – der Klimawandel hat wieder erbarmungslos zugeschlagen. Aber so richtig lockermachen konnte ich mich dann doch nicht. Als ich die schneebedeckten Landschaften gesehen habe, saß mir die leise Angst im Nacken, dass Donald Trump in Anbetracht seiner ausbaufähigen Geografie Kenntnisse Worms mit Grönland verwechselt, wenn er mit der Air Force One Richtung Ramstein unterwegs ist. Unsere Bodenschätze bestehen in Worms zwar nur aus Weintrauben, Kartoffeln und Cannabis, aber bei Trump kann man nie wissen, was als strategisch relevant gilt. Wenn Donald einen lieblichen Riesling aus bester rheinhessischer Hanglage aus dem Bauchnabel seiner Melania schlürfen will, kann auch unser kleines Worms ins Visier des mächtigsten Mannes der Welt geraten. Ich stell mir bildlich vor, wie der USPräsident bei einer Pressekonferenz im „Orwell“ Office fassungslos davon berichtet, dass er auf der Landkarte eine Stadt in Deutschland entdeckt hat, in der offenbar nur Würmer wohnen. Und wenn dort Würmer wohnen, so Trump, müsse man die Stadt dringend retten. Während die einen bei Trumps Äußerungen gerne mal mit dem Strafgesetzbuch, speziell §20, wedeln, verweisen andere auf die angeblich guten Seiten des USOligarchen. Kürzlich hat Trump persönlich dafür gesorgt, dass die Medikamentenpreise in den USA laut eigener Aussage um 300, 400, teilweise 500 Prozent gesenkt wurden. Kann mal jemand dem orangenen Mann erklären, dass man einen Preis maximal um 100% senken kann? Es sei denn, man bekommt beim Kauf von Tabletten noch Geld aus Washington zurück. Sie sehen an diesem Beispiel, dass Witze über Trump nur bedingt funktionieren, weil die Realität viel absurder, skurriler und wahnsinniger ist als das, was sich ein Satiriker nach dem Verzehr von einem Liter Absinth in seinen besoffensten Träumen ausmalt. Trump ist einfach ein Paradebeispiel, dass Selbstvertrauen nichts mit Kompetenz zu tun haben muss. So bleibt am Ende die bittere Erkenntnis: Die Welt wirkt derzeit total irre, dagegen wirkt Worms fast schon normal – das ist womöglich das eigentlich Beunruhigende.
UND WIE LÄUFTS PERSÖNLICH, HERR BIMS?
Was soll ich sagen? Ich hatte einfach einen sensationellen Start ins neue Jahr, weil ich sukzessive alle meine guten Vorsätze in die Tat umgesetzt habe. Ich hab in den wenigen Tagen des neuen Jahres schon 5 Kilo abgenommen, einen Dry January hinter mich gebracht, mit dem Rauchen aufgehört und nebenbei meinen ersten Halbmarathon absolviert. Nur mit dem wichtigsten Vorsatz, weniger zu lügen, hat es bisher noch nicht geklappt. Aber das Lügen ist in der heutigen Zeit durchaus salonfähig, sonst wäre nicht „Sondervermögen“, das nichts anderes ist als ein lausiges Darlehen, zum Unwort des Jahres gewählt worden. Vielleicht sollten wir in Worms unser nächstes Haushaltsdefizit ebenfalls als Sondervermögen deklarieren, dann klappts auch mit der Zustimmung von der ADD. Das ändert zwar nichts daran, dass Worms pleite ist. Dafür funktioniert bei uns –
anders als in Berlin – das Stromnetz einwandfrei und unser Oberbürgermeister kann zum Tennisspielen gehen, wann er will. Und das alles nur, weil unser Stadtrat schon vor etlichen Jahren in weiser Voraussicht so genannte „Kabelbrandverbotszonen“ eingerichtet hat. Deswegen können wir es uns in Worms bei diesen eisigen Temperaturen erlauben, alle Lichter anzumachen, die Heizung bis zum Anschlag aufzudrehen und nackt auf dem heimeligen Hermelin Teppich liegend in der Wormser Zeitung folgende Schlagzeile zu lesen: „Wormsliebe soll Seelennahrung in schweren Zeiten sein.“ Und da wurde auch mir klar: Solange ich mein Worms liebe, kann die Welt da draußen noch so verrückt sein…
In diesem Sinne: Seid nett zueinander!! Oder wie Beate Uhse einst sagte: „Seid nett aufeinander!“
Mit satirischen Grüßen Dr. Bert Bims
PS: Modernerweise habe ich meine aktuelle Kolumne an „chat GPT“ geschickt, um mir eine KIbasierte Kritik abzuholen. Da wurde mir empfohlen, den folgenden TrumpWitz wegzulassen, da dies nicht zu dem „feinsinnigen Ton“ der restlichen Kolumne passe. Wer also etwas weiter oben bei dem platten Beate Uhse Gag schon geschmunzelt hat, kann gerne auch den folgenden TrumpWitz lesen:
„Was sind die Gemeinsamkeiten von Donald Trumps Frisur und einem StringTanga?“
Antwort:
„Beide bedecken nur einen Teil des Arschs.“




