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Wertschätzung und versteckte Mehrarbeit

Ordnungsbehörde im Buseinsatz?

Auch wenn die Kriminalstatistik rückläufige Gesamtzahlen verkündet, sind es immer wieder Gewaltspitzen, die die Gesellschaft erschüttern und die Politik nach Spontanlösungen suchen lässt. Eine solche Gewalttat war der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter in RheinlandPfalz. Eine Tat, die auch die Wormser Politik beschäftigte. Und so stellte die Wormser CDU im März einen Antrag im Stadtrat, uniformierte Mitarbeiter der Ordnungsbehörde kostenfrei im Bus mitfahren zu lassen. Die CDU argumentiert: „Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Herausforderungen im öffentlichen Raum ist es geboten, alle geeigneten Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit im kommunalen ÖPNV zu prüfen. Die vorgeschlagene Regelung stellt eine verhältnismäßige, organisatorisch überschaubare und potenziell wirkungsvolle Maßnahme dar.“

„Es ist wenig nachvollziehbar, warum eine Uniform zur Voraussetzung gemacht werden soll“, kontern wiederum die Wormser Grünen. Aus Sicht der Stadtratsfraktion greife die Idee zu kurz, wenn es um mehr Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr geht. Verbesserungen ließen sich vor allem durch gezielte Investitionen erreichen, etwa in mehr Personal und moderne Ausstattung. Ein Aspekt, dem man eigentlich nicht widersprechen kann.

Mitarbeitern einer Ordnungsbehörde zusätzliche Aufgaben zu übertragen, die nicht ihrem Arbeitsprofil entsprechen, erscheint eher wie eine Mogelpackung, um kostengünstig einen Hauch von Sicherheit zu vermitteln. Doch Sicherheit gibt es nun mal nicht zum Schnäppchenpreis. Aktuell wird die Idee auf Umsetzbarkeit durch die Stadtverwaltung geprüft.