WORMS IM WANDEL 2026 Dort baut die Stadt in diesem Jahr
Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst stellt aktuelle Bauprojekte vor
Viele Bauprojekte werden im Stadt-rat besprochen und beschlossen, an-schließend in Presseartikeln verar-beitet und vorgestellt. Doch meistens vergehen mitunter Jahrzehnte (siehe Gleisdreieck Worms-Rheindürkheim), bis es endlich zum erlösenden Spatenstich kommt. Auf Nachfrage unseres Magazins stellte Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst eine Liste der anstehenden Bauprojekte im Jahr 2026 zusammen.
Mehr als die Hälfte der Wormser Straßen haben das Ende ihrer Lebensdau-er bereits erreicht und sind dringend sanierungsbedürftig. Doch getan hat sich in den vergangenen Jahren nur wenig. Das war unter anderem den umstrittenen Straßen-ausbaubeiträgen geschuldet. Da Worms bekanntermaßen nicht gerade in Geld schwimmt, ist die Stadt bei der Straßensanierung oftmals auf diese Beiträge angewiesen. Diese wurden allerdings nach dem Willen der Landesregierung von einem einmaligen Beitrag auf wiederkehrende Beiträge umgestellt. Das hatte zur Folge, dass die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren ein neues Abrechnungssystem erstellen musste. Nun ist es vollbracht und die ersten Straßen sollen endlich ertüchtigt werden. Dazu gehört die schwer beschädigte Gutenbergstraße.
Der Ausbau der Gutenbergstraße ist zwischen Gewerbeschulstraße und dem Anschluss an den Kreisverkehr Friedrich-Ebert-Straße geplant. Für die Maßnahme können wiederkehrende Ausbaubeiträge in Höhe von 65 % erhoben werden. In Pfeddersheim wird die Paternusstraße von der Einmündung Niederflörsheimer Straße bis Zur Stahlgasse ausgebaut. Auch hier werden wiederkehrende Beiträge erhoben. Ganz in der Nähe wird die Brücke über der Pfrimm in der Niederflörsheimer Straße aufgrund vorhandener Schäden komplett zurückgebaut und durch einen Neubau ersetzt. Der Neubau soll über Fördermittel finanziert werden. Neben diesen Straßensanierungen und Brückenneubauten werden auch zahlreiche Bushaltestellen, inklusive Rad- und Fußwege, wie am BIZ oder in der Eckenbertstraße, barrierefrei ausgebaut. Geplant ist auch der bereits vor einigen Jahren angekündigte Ausbau des Friedrichswegs im Wormser Wäldchen. Wie von uns berichtet, plant der Landesbetrieb Mobilität einen neuen Anschluss an die B9 und einen Brückenneubau. Auch deren bauliche Umsetzung ist für 2026 geplant.
FERTIGSTELLUNG IM BLICK
Bereits im vollen Gange sind die Arbeiten innerhalb der Grünanlage zwischen Parma-platz und 118er Denkmal. Der sogenannte Senkgarten wird seit November von Grund auf neu gebaut, wobei die Stadt versichert, dass die historische Formensprache mit dem Hauptweg als Mittelachse, den symmetrischen Treppenzugängen und den quadratischen Aufenthaltsplätzen erhalten bleibt. Ein neuer Tiefbrunnen wird künftig das Wasser für die automatische Beregnungsanlage bereitstellen. Zentrum der beiden Plätze werden ebenerdige Wasserfontänen-Felder sein. Ergänzend hierzu wird auch der sogenannte Lückenschluss zwischen Herta-Mansbacher-Anlage und 118er Denkmal im Laufe des Jahres fertig-gestellt werden. Nach Abschluss der Arbeiten entsteht eine zusammenhängende, verkehrsberuhigte Grünanlage. Hierfür hat die Stadt auch das ehemalige Kiosk vor dem Hotel Faber erworben, das im Zuge der Umgestaltung abgerissen wird. Der Bereich bleibt künftig ausschließlich für Lieferverkehr sowie für Anwohner und Gewerbetreibende zugänglich.
Neben diesen prominenten Projekten sind auch die Fertigstellung der Kita am Fischmarkt und die benach-barte Freianlange geplant. Ebenfalls wird der Spielplatz „Kleine Weide“ fertiggestellt und verschiedene Renaturierungsprojekte (Pfrimmanlage, Lachgraben) vorangetrieben. Wie Horst mitteilt, ist die Arbeit damit noch nicht getan. So gebe es zahlreihe Einzelmaßnahmen in der Gebäudeunterhaltung zu bewältigen. Das prominenteste Beispiel dürfte hierbei die Dachsanierung des Rathauses sein. Der Baubeginn ist ebenfalls dieses Jahr geplant. Rund 2.600 Quadratmeter Hauptdach, 570 Quadratmeter Gaubenflächen, ein Turm sowie Lüfter, Dachflächenfenster und Schneefanggitter werden erneuert. Die Stadt schätzt die Kosten für diesen Abschnitt auf rund 3,8 Millionen Euro. Insgesamt investiert die Stadt 2026 in Verkehrsinfrastruktur und Mobilität sowie die Instandhaltung und Planung von Projekten rund 50 Millionen Euro in Planung und Bau. Der komplette städtische Etat liegt wiederum bei 412.316.800 Euro.
Text: Dennis Dirigo, Foto: Ralf Gosch; AdobeStock.com




