Sagen Sie mal, Herr Bims?

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Teil 64: Rheinland-Pfalz-Tag 2018

Spätestens mit der Verkündung des Programms für den Rheinland-Pfalz-Tag ist die Euphorie in unserer Stadt schier ins Unermessliche gestiegen. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal, Herr Bims, welche besonderen Aktionen haben Sie denn zum Rheinland-Pfalz-Tag geplant?“

Die Verkündung der Top-Acts für den Rheinland-Pfalz-Tag hat geradezu euphorische Reaktionen in der WO! Redaktion ausgelöst:

„Hey Leute, Nik Kershaw und Sydney Youngblood kommen nach Worms!“

„Echt? Wird in Worms etwa ein GLOBUS-Markt eröffnet?“

„Nein, die kommen zum Rheinland-Pfalz- Tag, zusammen mit Kim Wilde…“

Und alle so: „Yeeeeeeeeeeeaaaaaaaaaah…..“.

Keine Sorge, das ist natürlich nur das familienfreundliche Musikprogramm für die Gammelfleisch-Fraktion. Für junge trendige Youtuber kommt Mike Singer nach Worms und wird geschätzt alleine die Hälfte der Sicherheitskosten verschlingen, damit man seine Fans, diesen hemmungslos schreienden Zahnspangen-Mob, in Zaum halten kann. Zudem hat sich einer der größten deutschen Schauspieler angesagt. Leider kommt Jürgen Prochnow aber erst Ende Juli zu den Nibelungen-Festspielen. Für den Rheinland-Pfalz-Tag hätte sich ein großartiger Schauspieler angesagt, wenn Matthias Schweighöfer nicht die gleiche Ein-Mimik-Schauspielschule wie Til Schweiger besucht hätte. Wer nun eine Spoken-Word-Performance von „Kokowääh 3“ befürchtet, dem sei gesagt, dass es sogar noch schlimmer kommt. Seit Neuestem singt der Schweighöfer nämlich. Das ist ja alles (weniger) schön und (gar nicht mal so) gut. Aber muss das ausgerechnet auf unserem Festplatz sein? Wo sind die Naturschützer oder seltenen Tierarten am Rhein, wenn man sie mal wirklich braucht? Kann man nicht vielleicht den Feldhamster vom „Hohen Stein“ in Heppenheim in der Nähe des Festplatzes aussetzen, damit diese musikalische Katastrophe verhindert wird und bevor die Menschen in Panik über die viel zu enge Terence-Hill-Brücke (danke Rechnungshof!!) flüchten müssen? Überhaupt ist Sicherheit ein ganz großes Thema und somit auch ein gewaltiger Kostenfaktor. Unserem OB hat sich in den letzten Wochen bei jeder neuen Sicherheitsauflage aus Mainz eine weitere tiefe Zornesfalte in seine Stirn gegraben. Dabei wollte Kissel doch dieses Wochenende eigentlich zur großen OB-Show auf seinem Triumphzug zur dritten Amtszeit nutzen. Und dann geht das Ding mangels Interesse in die Hose, die Stadt Worms hat ein paar Millionen Schulden mehr an der Backe und der undankbare Wormser blökt nur rum: „Und das alles nur wegen einem singenden Schauspieler und ein paar abgehalfterten 80er-Dinosaurier? Und wo waren eigentlich Ingolf Lück und Peter Illmann?“ Eine durchaus berechtigte Frage, ebenso wie: „Warum wurde als Headliner nicht Menderes Bağcı verpflichtet?“ Der ist immerhin regelmäßiger DSDS-Teilnehmer, war RTL-Dschungelkönig und leidet ebenfalls an dem Schweighöfer-Syndrom: Er glaubt nämlich auch, er könnte singen…

Sicherheit auf dem Rheinland-Pfalz-Tag
Damit die Stadt einen Großteil ihrer Sicherheitskosten einsparen kann, habe ich mich spontan der Aktion „300.000. Und du?“ angeschlossen und werde ehrenamtlich als Undercover-Sicherheitsmann auf dem Rheinland-Pfalz-Tag arbeiten. Was sicherlich die wenigsten meiner treuen Leser/innen wissen: Als ich nach meiner Lehre zum Schiffschaukelbremser auf dem Wormser Backfischfest hinaus in die weite Welt gezogen bin, hat es mich Ende der 90er für zwei Jahre nach Bandalungwa verschlagen, einer kleinen Gemeinde in Kinshasa im damaligen Königreich Kongo, wo ich mich der Rebellion unter Führung von Laurent-Désiré Kabila angeschlossen habe. Ich wurde seinerzeit in einem Guerilla-Camp monatelang zu einer Kampfmaschine ausgebildet, die eine verdächtige Person bereits im Ansatz erkennen und binnen weniger Sekunden außer Gefecht setzen kann. Sollten Sie also auf dem Rheinland-Pfalz-Tag beobachten, wie ich eine zuvor völlig unverdächtig wirkende Person auf den Boden werfe und ihr Handfesseln anlege, können Sie davon ausgehen, dass in der Folgezeit von dieser Person eine massive Bedrohung ausgegangen wäre. Bleiben Sie also am besten in meiner Nähe und machen Sie keine hektischen Bewegungen, dann kann Ihnen nichts passieren. Definitiv nicht werden Sie mich bei dem „Konzert“ vom Schweighöfer finden, allerdings aus purem Selbstschutz. Auch bei dem hysterischen Rumgeschreie bei Mike Singer wäre mein Einsatz zu gefährlich. Und zwar für das Publikum. Die Gefahr wäre viel zu groß, dass ich einem schreienden Heranwachsenden – im Eifer des Gefechts – versehentlich das Genick breche. Aber vermutlich werde ich an einem der 45 Gastronomie- und Marktstände oder einem der 20 Weinstände einen Wachposten beziehen. Um also ihre Frage zu beantworten, welche besonderen Aktionen ich für den Rheinland-Pfalz-Tag geplant habe: Bert Bims macht drei Tage lang den Kosubek und sorgt für Sicherheit und Ordnung. Gut okay, zum Dienstantritt werde ich am Freitag um 18 Uhr mit meiner Cessna 172 P, wie einst Mathias Rust auf dem Roten Platz in Moskau, auf dem Festplatz landen, um Malu Dreyer und unserem OB bei der Eröffnungsrede ein bisschen die Show zu stehlen. Aber ansonsten habe ich nichts Besonderes geplant.

♥-lichst,
Ihr Bert Bims