Oberbürgermeister Adolf Kessel gedenkt Opfer des Holocaust
Eine Pressemitteilung der Stadt Worms:

Am 27. Januar gedachte Oberbürgermeister Adolf Kessel mit der Niederlegung eines Kranzes der Opfer des Holocaust.
In seiner Ansprache am Mahnmal der Opfer des Faschismus am Lutherring führte das Stadtoberhaupt aus, dass der Begriff der „Machtergreifung“ im Grunde irrführend sei, weil es sich dabei nicht etwa um einen Staatsstreich gehandelt habe, sondern die Nationalsozialisten durchaus breiten gesellschaftlichen Rückhalt hatten. „»Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.« Dieser Satz steht nicht zufällig am Beginn unseres Grundgesetzes, und er unterliegt nicht ohne Grund der Unantastbarkeitsklausel“, so Kessel. „Dieser Satz darf keine hohle Formel, sondern muss Appell und Erinnerung für uns alle sein. Allen Bestrebungen, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, Religion, sexuellen Orientierung oder anderer Merkmale zu diskriminieren, müssen wir entschieden entgegentreten“, forderte der Wormser Oberbürgermeister.
Kessel erinnerte dabei auch an den Namensgeber des Platzes, auf dem sich das Mahnmal befindet. Der sozialdemokratische Politiker Otto Wels hielt nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten die letzte freie Rede im deutschen Reichstag. Er schwieg nicht – ungeachtet der persönlichen Folgen.
Der 27. Januar ist der Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee.



Dennis Dirigo