Worms Stück für Stück – Bringt Licht ins Dunkel
Eine Pressemitteilung der KVG Worms:
In den langen, dunklen Tagen rücken kleine Lichtblicke in den Vordergrund: Licht wird zur Orientierung, zum Wegweiser durch die Straßen und zum Bändiger der Schatten. Das Licht selbst flüstert dabei Geschichten, die nur am schmalen Rand zwischen Hell und Dunkel auftauchen.
Vor allem im Totenkult spielt Licht eine bedeutende Rolle. So wurden seit der römischen Kaiserzeit häufig Öllampen mit ins Grab gegeben. Zugleich sind sie auch bereits seit der Antike auf unterschiedlichen bildlichen Darstellungen zu finden – als repräsentatives Luxusobjekt, als Alltagsgegenstand oder als Detail einer „Illustration“ – wie auf dem Titus-Bogen in Rom oder dem Gemälde Abweisung der englische Gesandten des Renaissance-Künstlers Carpaccio um 1492.
Im Zuge des Humanismus wurden antike technische Konstruktionen als Vorbilder wahrgenommen und weiterentwickelt, was anhand der römischen Öllampe R519 und dem neuzeitlichen Stundenglas mit Messanzeige M167 aus der Sammlung des Andreasstifts deutlich wird. Aber auch das Mittelalter war längst nicht so „düster“, wie oft erzählt wird. Die Lampe F1106 aus Ton zeigt, wie vor 1000 Jahren die Menschen Helligkeit erzeugten. Im späten 19. Jahrhundert folgte dann die Erfindung der Glühbirne und veränderte die künstliche Beleuchtung von Grund auf, ganz zu schweigen von neuerer Technologie wie LED, die mittlerweile auch im Ausstellungswesen die Standards setzt. In der Wissenschaft gibt es sogar einen eignen Fachbegriff für die Lampenforschung: Lynchnologie.
Die drei genannten Objekte erinnern an die Entstehung der heutigen Lampen, die in den zurzeit langen dunklen Tagen wichtiger denn je erscheinen. Die unterschiedlichen Lichtquellen können für einen Monat im Museum der Stadt Worms im Andreasstift besichtigt werden.

Text: Jennifer Trenkel
Bild: Museum Andreasstift, Claudia Weissert


