Vandalismus in der Abenheimer Kirche

Eine Pressemitteilung des Kath. Pfarramt Dom St. Peter und St. Martin Worms:

Der Schock war groß, als eine Beterin am letzten Sonntag Nachmittag in der Abenheimer Kirche St. Bonifatius einfach ein Kerzchen anstecken wollte: in die Weihwasserbecken war uriniert worden, die Haken an den Bänken, die für das Aufhängen von Handtaschen gedacht sind, waren mit Gewalt abgeschlagen worden, Bänke verkratzt, eine barocke Beichtstuhltür hing schief in den Angeln. Offenbar hatte sich hier jemand in blinder Zerstörungswut ausgetobt.

Die herbeigerufene Polizei hat den Schaden aufgenommen, Anzeige wurde gestellt. „Viel tiefer aber als der materielle Schaden wiegt der Schock, dass heutzutage blindwütiger Vandalismus selbst vor einem Gotteshaus nicht Halt macht“, zeigt sich Gemeindereferentin Martina Bugert, die als Seelsorgerin unter anderem für die Gemeinde Abenheim zuständig ist, enttäuscht und schockiert. Man habe in Absprache mit der Polizei und mit den Verantwortlichen vor Ort zunächst einmal beschlossen, bis auf Weiteres die Kirche tagsüber geschlossen zu lassen. Wie lange – das werde man gemeinsam im Gemeindeausschuss besprechen. „Wegen Vandalismus vorübergehend geschlossen“ steht daher auf einem Schild am Kirchenportal.

„Leider ist das kein Einzelfall“, weiß Propst Tobias Schäfer zu berichten, der als leitender Pfarrer der Großpfarrei St. Nikolaus Worms-Wonnegau auch für Abenheim zuständig ist. Auch in anderen Kirchen habe man ähnliches schon erlebt: etwa in der Martinskirche in Worms und fast schon regelmäßig im idyllischen Martinshof hinter der Kirche, und sogar im Dom, obwohl dort immer Aufsichtspersonal sei. „Eigentlich wollen wir unsere Kirchen, wo immer es möglich ist, für Beter und Besucher offen halten und sind dankbar, wo wir Ehrenamtliche haben, die sich um das Auf- und Abschließen kümmern“, erklärt der Propst. Deshalb hoffe er, dass man auch die Abenheimer Kirche bald wieder offen lassen könne. Es werde aber angesichts sich häufender Fälle von Vandalismus immer schwerer.

Über eine Videoüberwachung würde man aktuell nachdenken, obwohl das für den Propst keine gute Option sei: „Ich finde, Kirchen müssen Orte sein, wo jemand unbeobachtet einfach einmal beten oder eine Kerze anzünden kann und sollten nicht den Eindruck eines Hochsicherheitstraktes vermitteln“, so der Propst. Aber natürlich müsse man vermehrt auch über solche Möglichkeiten nachdenken. Zunächst setze man darauf, dass auch die Bevölkerung ein waches Auge auf ihr Gotteshaus hat. Zugleich bitte man alle, die am Sonntag Mittag vielleicht etwas Verdächtiges rund um die Abenheimer Kirche beobachtet haben, um entsprechende Hinweise, entweder direkt bei der Polizei oder im Pfarrbüro.