RUNDGÄNGE UND EIN 10-PUNKTE-PLAN
Die Wahlkampfstrategie von Timo Horst

Während Stephanie Lohr Ende Juli ihr Wahlkampfformat „Urlaub in Worms – Tour“ in Pfeddersheim startete, suchte Mit-Bewerber Timo Horst sein Wahlkampfglück in der Wormser Innenstadt. Dorthin lud der SPD-Innenstadtverband. Unter dem Namen „Die Zukunft der Wormser Innenstadt“ führte der Stadtentwicklungsdezernent interessierte Bürger vom Ludwigsplatz bis zur Ringanlage.
Noch bevor der Termin selbst stattfand, sorgte der Name der Veranstaltung dafür, dass sich auf unserer Facebook-Präsenz binnen kürzester Zeit 216 Kommentatoren an dem Thema abarbeite-ten. Es dürfte dabei wenig überraschen, dass rund zwei Drittel der Kommentare kein gutes Verhältnis zur Wormser Innenstadt aufzeigten. Doch es gibt noch Hoffnung. So brachte es ein Kommentator auf den Punkt: „Eine Stadt wird nicht durch die lautesten Kritiker besser, sondern durch Menschen, die bereit sind, einen kleinen Teil ihrer Zeit für eine gute Idee zu investieren. Wer nur sagt, was schlecht ist, bleibt Zuschauer“.
WO! nutzte demensprechend die Gelegenheit und begab sich mit dem Oberbürgermeisterkandidaten TIMO HORST auf den Rundgang, um zu hören, mit welchen Ideen er werben möchte. Rund 20 bis 30 neugierige Wormser hatten sich am Samstagmorgen am Ludwigsplatz zusammengefun-den. Nicht anzutreffen waren freilich jene Social Media Nutzer, die ihre Kritik bevorzugt im Schutze der Kommentarspalten absondern. Wo kämen wir schließlich hin, wenn man sich direkt mit Politikern auseinandersetzen würde? Der Runde am Morgen schadete es freilich nicht.
Die Neugier war da, aber auch die kritischen Fragen, die nicht lange auf sich warten ließen. Gleich am Ludwigsplatz ging es um die Zukunft jenes Platzes, die hoffentlich bis 2040 geklärt ist. Horst berichtete, dass es derzeit mehrere Überlegun-gen zur zukünftigen Nutzung gebe, darunter Themen wie Fernwärme, Wasserspeicher, Katastrophenschutz. Eine Verfüllung sei hingegen unwahrscheinlich, da Aufwand und Kosten nicht im Verhältnis stünden. Nur wenige Meter entfernt, in der Ringanlage und im Adenauerring, ist die Zukunft in greifbarer Nähe, denn dort wird bereits seit Monaten an den neu gestalteten Grünanlagen gearbeitet. Damit verbunden waren aber auch kritische Fragen hinsichtlich des Parkraums, der durch die Bauarbeiten am Adenauerring verloren geht, aber auch Fragen in Bezug auf die Dauer von städtischen Baustellen. Nicht auf alles hatte Horst an diesem Vormittag Antworten.
Da wir natürlich in seligen Zeiten des Wahlkampfs leben, gab es von Horst zumindest den Verweis auf jene fünf Kitas, die in seiner bisherigen Amtszeit als verantwortlicher Dezernent entstanden sowie auf viele Baustellen, die im Zeitplan seien. Noch in der Zukunft verortet, schilderte der Baudezernent auch die Pläne zum Hochstift und natürlich dem Domquartier. Neu waren diese indes nicht, zeugen aber dennoch von einer Zukunftsvision für die Innenstadt. Am Ende des Rundgangs am Weckerling-platz wartete schließlich nicht nur ein Glas Wormser Wein auf die Bürger, sondern auch die Bitte, zwei Tafeln mit Gedanken und Ideen zum Thema Innenstadtentwicklung zu füllen. Zu guter Letzt gab es zwar noch Platz, aber auch die eine oder andere Anregung, wie beispielsweise, die Stadtmauer, zumindest partiell, begehbar zu machen.
Zugleich war es die Möglichkeit, abseits vom World Wide Web den Oberbürgermeisterkandidaten persönlich kennenzulernen. Ganz in diesem Sinne führt Horsts Weg in den kom-menden Wochen auch in die Wormser Stadtteile. Klar ist, dass diese Formate, egal ob Stephanie Lohrs Sommertour oder die Vor-Ort-Termine von Timo Horst (zuvor gab es auch Veranstaltungen im Heinrich-Völker-Bad und im Schloss Herrnsheim), nur von einem kleinen Teil der Bürger wahrgenommen werden – wobei Herrnsheim und der Schwimmbadrundgang immerhin von rund 80 Bürgern besucht wurden. Letztlich ist es ein sinnvolles und wichtiges Instrument, um für sich zu werben und nahbar zu sein. Während Horsts Rundgänge thematisch allerdings deutlich zielorientierter waren, wirkte Lohrs Tourstart noch wie ein Herantasten an den Wahlkampf, verbunden mit der Suche nach prägnanten Themen. Wobei sich Stephanie Lohrs Suche nach Themen auf der Homepage fortsetzt.
Obwohl Horst deutlich später seinen Wahlkampf eröffnete, kann er neben den Social Media Accounts immerhin auf zwei Homepages verweisen. Während die Seite www.timo-horst.de ein wenig mehr über den Menschen hinter dem Kandidaten preisgibt, gehört die Seite www.zeitfuerworms.com den Inhalten. Dort finden Sie auch Termine zu weiteren Rundgängen. Seit 1. August ist diese erreichbar und präsentiert Timo Horsts Weg für Worms in vier Schritten („Wirtschaft, die wächst“, „Wohnen heißt Heimat, nicht Sorge“, „Wohlfühlen in Worms“ und „Zeit für Familien“). Zudem benennt der Wormser, aufgeschlüsselt in zehn Punkten, seine konkreten Ziele, ohne allerdings auszuführen, wie er diese erreichen möchte. Aber dafür kann ja jeder Wormser doch noch einen der Termine wahrnehmen, um konkret nachzuhaken.
Text: Dennis Dirigo Foto: Andreas Stumpf



