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Grüne fordern Baumschutzsatzung: Bestehende Bäume schützen, statt ihrem Verlust hinterherzulaufen

Eine Pressemitteilung von Bündnis90/Die Grünen Worms:

Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert eine Baumschutzsatzung für Worms. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion in die kommende Stadtratssitzung am 30. September 2026 eingebracht. Der bereits vorbereitete Satzungsentwurf soll finalisiert und dem Stadtrat zeitnah zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Ziel ist ein wirksamer, zugleich verhältnismäßiger und praktikabler Schutz insbesondere des ökologisch und stadtklimatisch wertvollen, gewachsenen Baumbestandes. „Ein neu gepflanzter Baum ist wichtig, ersetzt aber nicht die Leistung eines großen, über Jahrzehnte gewachsenen Baumes. Gerade an heißen Tagen merken wir, welchen Unterschied Schatten und Verdunstungskühlung machen. Wer Worms an die Folgen des Klimawandels anpassen will, muss deshalb nicht nur neue Bäume pflanzen, sondern auch die schützen, die bereits da sind“, erklärt Anna Biegler, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Worms.

Große und alte Bäume leisten einen unmittelbaren Beitrag zur Klimaanpassung: Sie verschatten Flächen und Gebäude, kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung, verbessern die Luftqualität und bieten wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Neupflanzungen bleiben für die Grünen unverzichtbar. Sie können die ökologische und klimatische Leistung eines gewachsenen Baumes jedoch erst nach vielen Jahren erreichen. Über eine Baumschutzsatzung wird in Worms bereits seit vielen Jahren immer wieder diskutiert. Eine politische Entscheidung über ihre Einführung steht jedoch weiterhin aus. Dabei liegt bereits ein Satzungsentwurf vor und die grundsätzliche Praktikabilität einer entsprechenden Regelung wird von der Verwaltung positiv eingeschätzt. Für die Grünen ist deshalb jetzt der Zeitpunkt gekommen, die langjährige Diskussion zu einer Entscheidung zu führen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere der bislang nicht vergleichbar geschützte Baumbestand auf privaten Grundstücken. Eine Baumschutzsatzung bedeutet für die Grünen ausdrücklich weder ein pauschales Fällverbot noch eine flächendeckende Kontrolle privater Gärten. Vielmehr soll eine verhältnismäßige Regelung mit nachvollziehbaren Kriterien und klaren Ausnahmen geschaffen werden, etwa für Gefahrenbäume, Erkrankungen, besondere Härtefälle oder berechtigte bauliche Interessen.

„Eine gute Baumschutzsatzung ist keine Gängelung von Grundstückseigentümern. Im Gegenteil: Sie schafft klare und verlässliche Regeln. Jeder soll nachvollziehen können, welche Bäume geschützt sind, wann eine Fällung möglich ist und wann eine Genehmigung erforderlich ist. Das schafft Transparenz und Rechtssicherheit statt Unsicherheit im Einzelfall“, betont Heike Jores, stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Auch das Argument einer fehlenden Kontrollierbarkeit überzeugt die Fraktion nicht. Eine flächendeckende Kontrolle privater Grundstücke sei weder erforderlich noch beabsichtigt. Entscheidend sei vielmehr, dass die Stadt überhaupt handlungsfähig ist, wenn eine unzulässige Fällung oder erhebliche Schädigung bekannt wird. „Natürlich wird eine Baumschutzsatzung nicht jede unerlaubte Fällung verhindern. Aber das kann kein Argument dafür sein, vollständig auf Regeln zu verzichten. Wir brauchen einen vernünftigen Schutz besonders wertvoller Bäume und eine rechtliche Handhabe für die Stadt, wenn dieser Schutz missachtet wird“, so Jores.

Für die Grünen ist zudem entscheidend, dass die Wirkung großer Bäume nicht an Grundstücksgrenzen endet. Verschattung und Verdunstungskühlung, die Bedeutung für Luftqualität und Artenvielfalt sowie die Wirkung auf Stadtbild und Aufenthaltsqualität kommen der Allgemeinheit zugute. Gerade angesichts zunehmender Hitze sei der Erhalt des gewachsenen Baumbestandes deshalb ein wichtiger Bestandteil kommunaler Klimaanpassung. „Die fachlichen Grundlagen liegen vor, ein Entwurf ist vorbereitet und die grundsätzliche Umsetzbarkeit wurde positiv bewertet. Nach Jahren der Diskussion brauchen wir deshalb keine weitere Vertagung, sondern eine politische Entscheidung“, so Biegler abschließend.