Als die Kriegsbegeisterung den Tränen wich!

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Gedenkveranstaltung „Nur die Mütter weinten“

11. Mai 2014
Heylshofmuseum in Worms:

Auf den ersten Blick war es eine eigenwillige Kombination, die einem bei der Gedenkveranstaltung „Nur die Mütter weinten“ im Heylshofmuseum erwartete. Muttertag trifft auf ersten Weltkrieg!

Doch was zunächst widersprüchlich erschien, offenbarte schon bald einen tieferen Sinn. Zum einen jährten sich beide Ereignisse zum 100. Mal, zum anderen beschreibt dieser Umstand die tragischen Ausmaße des Weltkrieges. Während die Söhne in den Krieg zogen, um für das Vaterland zu sterben, waren es die Mütter, die zurück blieben und ihre Söhne und Männer beweinten. Aus diesen beiden Tatsachen formten der Förderkreis Museum Heylshof und das Nibelungenmuseum diese spannende und bewegende Gedenkveranstaltung. Schon in seiner Eröffnungsrede wies Bürgermeister Kosubek darauf hin, dass die Mütter bereits ahnten, was ihren Söhnen noch bevor stehe. Doch auch diese konnten nichts an der im Land herrschenden Kriegsbegeisterung ändern. Historiker Dr. Jörg Koch verwies in seinen spannenden Ausführungen immer wieder auf die tragende Rolle der Frau während des Ersten Weltkrieges. Als ihre Männer in den Schützengräben lagen, waren es die Frauen, die an der Heimatfront die öffentliche Ordnung aufrecht hielten. Immer mit Blick auf Worms, schilderte er die großen Leistungen, die diese vollbrachten. Einen ganz anderen Blick auf den Krieg gewährten die bekannten Volksbühnen-Schauspieler Kira Ozaine, Karl-Heinz Deichelmann und Walter Passian. Diese lasen aus Briefen und Gedichten, die teils bewegend, teils mit eindringlichen Worten die Grauen des Krieges beschrieben. Zum Beispiel Erich Kästner, der mit drastischen Worten den Horror des Schlachtfeldes beschreibt, das Feld aus dem die Toten aus dem Boden wachsen. Musikalisch untermalt wurden die Lesungen und Vorträge von jungen Musikern der Jugendmusikschule. Bei der Auswahl der Stücke wäre allerdings ein deutlicherer Bezug zu dem Thema und den vorgetragenen Texten wünschenswert gewesen.

Fazit: Gerade aufgrund des sehr persönlichen Blicks auf die Gräuel des Krieges, erwies sich die Kombination Muttertag / Erster Weltkrieg als sehr nachdrücklich und bewegend. Begleitet wurden die spannenden Schilderungen von den hervorragend spielenden jungen Musikern der Jugendmusikschule.