Als Worms den Bomben zum Opfer fiel

, , Kommentar schreiben

Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Worms Bombardierung

Autor: Torsten Schreiner

22. März 2015
Heylshof Museum in Worms:

Am 08. Mai 1945 kapitulierte die Wehrmacht, damit endete für Deutschland das Kapitel Zweiter Weltkrieg. kurz vor Kriegsende erlebten auch die Wormser Bürger den Schrecken des Krieges am eigenen Leib. Am 21. Februar und am 18. März wurde Worms Ziel Alliierter Kampfbomber. Grund genug, den Opfern zu gedenken.

Vor 70 Jahren am 21. Februar erreichte ein Fliegerverband der Royal Airforce gegen 20 Uhr das Nibelungenstädtchen. In den folgenden Stunden prasselten insgesamt 1100 Sprengbomben und 100.000 Brandbomben auf die Stadt nieder. Rund 8000 Wormser wurden an diesen beiden Tagen obdachlos, während ca. 700 Menschen in den Flammen den Tod fanden. Bis heute ist die Stadt durch die Wunden gezeichnet, wurde doch der Innenstadtkern rund um den Dom fast komplett dem Erdboden gleichgemacht. Für die meisten Wormser ist das lediglich eine Erinnerung aus Geschichtsbüchern. In der losen Reihe „Matinee im Heylshof“ erinnerte das eingespielte Team Dr. Jörg Koch, Walter Passian und Karl Heinz Deichelmann an die verhängnisvollen Tage. In einer Mischung aus Beiträgen von Zeitzeugen, wie die Schilderung der Wormser Friedrich Maria Illert, Elisabeth Schneider oder Ilse Knecht und Zeitungsartikeln, die vom Leben kurz nach dem Bombenhagel berichteten, erinnerte das Dreiergespann eindrücklich an das Grauen des Krieges. Dies entfaltete sich nicht nur auf entlegenen Schlachtfeldern, sondern besonders in den Häuserschluchten, in denen sonst Kinder ballspielend die Straßen säumten. Historiker Dr. Jörg Koch erzählte von den schwierigen Umständen für die Überlebenden, denen es an allem Lebenswichtigen mangelte. Abgerundet wurde die nunmehr sechste Veranstaltung dieser Reihe durch musikalische Darbietungen der Lucie Kölsch Musikschule. Die jungen Musiker stellten ihre Virtuosität eindrucksvoll in den Dienst des Themas. Besonders das Trommelsolo („The Storm“ von Mitchell Peters), von Jan Micha Bodensohn gespielt, ging unter die Haut.

Fazit: Gelungene Veranstaltung zu einem traurigen Kapitel Wormser Geschichte.