Altbekanntes neu verswingt

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„The Nannys“ beim Hoffest „Vino e Musica 2016“

7. Mai 2016
Weingut Helmut Kloos in Worms-Horchheim:

Wenn der stadtbekannte Ökowinzer Helmut Kloos zu seinem Hoffest an Christi Himmelfahrt lädt, ist klar, dass dies einmal mehr die perfekte Symbiose von Wein und Musik darstellt. Drei unterschiedliche Acts teilten sich an drei Tagen die Bühne.

Während an den beiden vorangegangenen Tagen das Duo „Rob‘n‘Rolf“ und „Dahlia‘s Lane“ für beste Stimmung sorgten, verwandelten am Samstag „The Nannys“ das Weingut in eine Partymeile. Bescheidenheit ist nicht gerade die Stärke des Quartetts, zumindest wenn man die Homepage der Musiker besucht. Da steht nichts weniger, als dass es sich hierbei um die beste Swing-, Jive- und Rock‘n‘Roll Band auf diesem Planeten handelt. In Anbetracht von 7 Milliarden Menschen könnte man darüber natürlich trefflich streiten, wenn da nicht dieses gewisse Augenzwinkern wäre, das die Musik dieser Herren verströmt. The Nannys spielen nicht einfach Musik aus den rockenden Fünfzigern oder den Swinging Sixties, vielmehr geben sie vielfach gehörten Songs eine musikalisch vollkommen neue Prägung. Bereits der Opener, Glenn Freys „Beverly Hills Cop“ Titelsong „The Heat is on“, gibt die Marschrichtung vor. Ein cooler Groove, verursacht durch die ebenso lässig wie zupackende Rhythmus Sektion um Ralf Orth und Falco Eckey, garniert von „Gitarrennanny“ Matthias Schärf und schließlich veredelt von Saxofonist und Pianist Martin Holl. Abgerundet wird das Alles durch den gut abgestimmten Harmoniegesang aller vier Herren. Wüsste man nicht, dass Songs wie „Paradise City“ von Guns‘n‘Roses oder „Everybody“ von den Backstreet Boys das jeweilige Kind ihrer Zeit sind, könnte man sie im „Nannys Update“ in einer anderen musikalischen Dekade verorten. Dass dies über drei Stunden gelingt, ohne ermüdend zu wirken, das ist schon eine Leistung.

FAZIT: Natürlich sollte man noch erwähnen, dass bei all den mitreißenden Rhythmen bereits nach wenigen Minuten kräftig das Tanzbein geschwungen wurde. Und wer mal hören möchte, wie man aus dem zärtlich gehauchten Cardigan Song „Lovefool“ eine wahrhaftige Tanznummer macht, der sollte sich den nächsten Auftritt nicht entgehen lassen.