Bis das Ohr blutet

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Konzert mit den Bands Antonio und JC Crash

04. Dezember 2015
BB on the rockzz:

Einen Tag, bevor der Rocknacht-Zirkus seine Pforten öffnete, lud das BB on the Rockzz zu einer Art Vor-Rocknacht. Zwei Bands standen auf dem Programm und die brachten die Mauern des Gewölbekellers ordentlich zum Wackeln. Geladen waren das Frankfurter Trio Antonio und die Aschaffenburger Band JC Crash.

Mit einiger Verspätung im Rücken starteten die Frankfurter gegen halb zehn. Als ob sie diese Zeit wieder aufholen wollten, drückten die drei Männer von Beginn an ordentlich aufs Gaspedal. Selbst ein Song wie „Always Remember“, der in der Studiofassung recht relaxt daher kommt, wurde diesem Geschwindigkeitsdiktat untergeordnet. Das verlieh dem Konzert zwar ein hohes Tempo und zog einen anfänglich geradezu mit, leider wirkten dadurch die Songs paradoxerweise auf Dauer etwas gleichförmig. Irgendwo angesiedelt zwischen der naiven Unschuld von Nada Surf und dem kernigen Britpop-College-Rock Sound von Feeder, waren die Bauteile der Songs durchaus interessant und ließen Potential erkennen, leider standen sich aber ANTONIO durch diesen unbedingten Willen, kräftig rocken zu wollen, zuweilen selbst im Weg. Während die Frankfurter auf Tempo und Dynamik setzten, verschrieben sich die Aschaffenburger JC CRASH ganz ihrem „Wall of Gitarren“- Sound. Sie selbst sehen ihre Musik als eine Mischung aus Johnny Cash und AC/DC, was durchaus eine spannende Kombination sein könnte. Leider war es in der Praxis so, dass der AC/DC Sound den Johnny in den Songs schlicht und ergreifend platt machte. Anfangs war das noch recht spannend, mit der Zeit litt die Musik von JC Crash unter dem üblichen AC/DC Problem. Krächzende Stimme und immer ordentlich auf die Zwölf und das bei gefühlten 115 Dezibel, das wirkte fast schon körperlich anstrengend.

Fazit: Wer diesen Abend ohne blutende Ohren überstand, war bestens für die bevorstehende Rocknacht gewappnet. Ein wenig mehr Sensibilität an den Reglern hätte vor allem den Gitarristen an diesem Abend gut zu Gesicht gestanden. Wem das egal war, der erlebte zumindest zwei kraftvoll gespielte Konzerte.