Die Weichen sind gestellt

, , Kommentar schreiben

Ein Kommentar zur Zukunft der Nibelungen Festspiele

Autor: Frank Fischer

Die Kultur- und Veranstaltungs GmbH kann auf dem diesjährigen Vermarktungserfolg der Festspiele aufbauen – und zwar für die „Zeit nach Wedel“, die zu einer ersten Zerreißprobe für das Unternehmen Festspiele wird. Ob man die Inszenierungen des Regiezampanos mag oder nicht, aber für einen Großteil der öffentlichen Aufmerksamkeit haben nun mal die TV- und Theaterstars gesorgt, die im Schlepptau Wedels nach Worms kamen. Von daher kann man die Verantwortlichen nur beglückwünschen, dass sie mit Nico Hofmann eine echte Koryphäe im Fernsehgeschäft für die Intendanz der Festspiele gewinnen konnten. Den gebürtigen Heidelberger kann man nur als absoluten Glücksgriff bezeichnen, gilt doch der Filmregisseur („Der Sandmann, „Es geschah am helllichten Tag“, „Solo für Klarinette“) und Produzent („Mogadischu“, „Das Wunder von Berlin“, „Hindenburg“, „Rommel“) als exzellenter Kenner der Szene. Der gut vernetzte Hofmann ist seit 1996 Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und seit 1997 bei der Europäischen Filmakademie Berlin, seit 1998 ist er als Juror für den Deutschen Fernsehpreis tätig. Von Januar 1996 bis Mai 1998 stand Nico Hofmann exklusiv als Regisseur und Projektberater bei Bernd Eichingers Constantin Film unter Vertrag. Die deutsche Fernsehlandschaft hat er mit seiner Produktionsfirma teamWorx nachhaltig verändert, dank Event-Produktionen wie „Der Tunnel“, „Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei“, oder „Die Sturmflut“. Zu seinen erfolgreichsten Produktionen zählt das Antikriegsdrama „Dresden“ mit 12,68 Millionen Zuschauern, der historische Mehrteiler „Die Flucht“ erreichte 11 Millionen Zuschauer. „Dresden“ erhielt 2006 den deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“, „Die Flucht“ ebenfalls sowie u.a. den Publikums-Bambi oder den DIVA Award. Vor allem könnte der vielfach ausgezeichnete Hofmann (u.a. Adolf-Grimme-Preis, Deutscher Kritikerpreis, Bayrischer Fernsehpreis), der als „besessen von der deutschen Geschichte“ gilt, Siegfried wieder zu dem machen, was er nun einmal war: ein Held. Aber zunächst darf Wedel noch einmal 2014 ran – mit „Der zweite Mann“.