Drei Tage lang nur Musik, Musik, Musik

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„Funzel Acoustics 2015“

29. – 31. Januar 2015
Die Funzel in Worms:

Das war ja ein ganz schönes Wirr-Warr auf dem Plakat in diesem Jahr. Einige Bands hatten kurzfristig abgesagt, andere sind eingesprungen und von den vielen Namensänderungen sehen wir mal ab. Aber wir sind ja nicht die WZ und konnten doch noch nachverfolgen, wer und wann tatsächlich gespielt hat. Übrigens fanden sich trotzdem rund 350 Zuhörer ein, um bei den „Funzel Acoustics“ Musik in ihrer akustischen Form zu genießen.

Freitag:
Den Anfang machten Zoe and the Bets, die mit Coversongs von John Lennon oder Neil Young einen ruhigen, aber stimmigen Auftakt präsentierten. Vor allem die Mehrstimmigkeit der Akteure sorgte für eine schöne Atmosphäre. Mit Blümerant wurde so etwas wie ein Testlauf auf der Bühne gestartet. Ein wenig Klassik und 20er Jahre Chansons wurden von Peter Englert (Gesang) und Nora Weinand (Klavier) im Vorfeld versprochen. Klassiker wie „In der Bar zum Krokodil“ oder „Winter in Canada“ wurden mit reichlich Applaus gewürdigt. Test geglückt. Danach ging es mit Ein Arsch voll Cash mal richtig in die Rhythm and Blues Zeit. Die Band um Sänger Christian Herd zeigte mit Songs wie „Folsom Prison Blues“ oder „I walk the line“ für ein würdiges Tribute an Country Legende Johnny Cash. Ein Highlight war mit Sicherheit der Auftritt von Herds Freundin Patricia Vierheller, die zusammen mit ihm das Duo Carter/Cash wiederbelebte. Als Letztes stiegen Groove Infection auf die Bretter. Mit klassischen Coversongs wie „Volare“ oder „A walk in the Park“ sorgten sie dafür, dass noch mal richtig gut getanzt wurde.

Samstag:

Foto: Andreas Stumpf
Foto: Andreas Stumpf

Hier gab es die erste kleine Namensänderung. Anstatt eines Duos stand nämlich eine ganze Band auf der Bühne und so wurde aus „The Unspoken Duo“ einfach nur The Unspoken. Die extrem junge Band, deren Durchschnittsalter irgendwo zwischen 16 und 18 lag, lieferte richtig gutes Handwerk ab bei ihren Cover-Songs von Nirvana oder Metallica. Respekt. Da ist in Zukunft sicherlich noch einiges zu erwarten. Hinter der nachfolgenden Band Der Schöne und das Biest verbargen sich Robert Maaß (Instrumente) und Patricia Vierheller (Gesang). Beeindruckend hierbei vor allem die Wandlungsfähigkeit von Robert Maaß, der bei Songs wie „These Boots are made for Walking“ immer wieder zwischen Gitarre, Klavier und Percussion wechselte. Unschlagbar war hier eindeutig die Ukulele Version von „Mief“. Danach hätten eigentlich die „Letterman Boys“ spielen sollen. Die waren aber krank. Also nix wie rauf mit der kurzfristig eingesprungenen Band The Iron Keys. Mit drei Gitarren und einer Cajon bewaffnet, versuchten sie ein wenig Stimmung ins Publikum zu bringen. Leider gingen sie hier oft etwas im hohen Lärmpegel der Funzel unter. Dann kam sie endlich, die „Funzel Acoustics“-Kultband Tony Love and The Pretender. Die Jungs, bestehend aus Martin (Gitarre), Ben (Gitarre), Florian (Bass), Kevin (Gitarre) und Kai (Drums), lieferten mit Songs von Queens of the Stone Age und Bruce Springsteen eine wilde Performance bis nach Mitternacht ab.

Sonntag:

Foto: Andreas Stumpf
Foto: Andreas Stumpf

Der Sonntag begann mit einer kleinen lustigen Rede von Albert Humann vom Cafe Affenhaus, die Funzel-Besitzer Willi Rohr gewidmet war. Nette Geste! Musikalisch machten Tom und Jenny den Anfang. Mit zwei Gitarren und zwei Stimmen interpretierten sie Songs von Cream, Black Sabbath oder auch Udo Lindenberg auf ungeahnte Weise. Als Gäste kamen hier noch Erkan Aker (Gitarre) und Thomas Uhrig (Gitarre) hinzu. Das darauffolgende Cohen Projekt, welches im Kern aus Thomas Uhrig (Gitarre & Gesang) und Robert Maaß (Kontrabass) bestand, schaffte es in einer beeindruckenden Weise, die Tiefe und Melancholie der Songs von Leonard Cohen auszuloten. Immerhin ist der gebürtige Kanadier vor kurzem erst 80 geworden und hat sich eine solche Hommage mehr als verdient. Jetzt kamen The Gloomy Brothers and Sister Ric auf die Bühne. Mit Hank Williams, dem Gamblin‘ Bar Room Blues und jede Menge Gejodel führten sie die Zuschauer ein wenig in den Wilden Westen ein. Ach ja und auf eine Sache muss ich noch hinweisen: Sister Ric spielt ein Chromaharo, kein Hackbrett! Zum Abschluss des Festivals betrat der Funzelchef Willi mit der Gruppe L.A.S.T selbst noch die Bühne. Bei Nirvanas „Where did yoo sleep last Night“ oder dem Song „Masters of War“, war der Gute so euphorisch, dass er alles doppelt so schnell gespielt hat. Und dann war das ganze Festival auch schon wieder vorbei.

Fazit: Drei Tage, wenig Schlaf und viel unterschiedliche Musik, die auf akustische Weise interpretiert wurde.