Ein Kieselstein für einen Kuss

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Aufführung „Die Steinzeit ist kein Ponyhof“ vom Theaterkreis Bobenheim Roxheim

24. Januar 2016
Hoftheater „Hasch Masch“ in Bobenheim Roxheim:

Nein, der Steinzeitmann hatte es nicht einfach. Mit ihrer neuesten Aufführung entführt der Theaterkreis die Zuschauer in das Jahr 20.000 vor Christus. Bis zum 28. Februar 2016 lädt die Theatergruppe noch in das Hoftheater, um den Steinzeit Paaren bei ihrem munteren Treiben zuzuschauen.

Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Balthasar Alletsee widerlegt das Stück die gerne getätigte Aussage „Früher war alles besser“. Für den Steinzeitjäger Kaan trifft das auf jeden Fall nicht zu, denn der fühlt sich von seiner Frau Liss mächtig gestresst. Da die Steppen quasi leergejagt wurden, schafft es Kaan bestenfalls mit einem frisch erlegten Hasen in die gemeinsame Höhle zurückzukommen. Seine Gattin findet das nicht gut, vielmehr hätte sie gerne mal wieder ein ordentliches Stück Fleisch. Für Kaan bedeutet die bescheidene Ausbeute auch die Gefahr von Ansehensverlust. In ein paar Tagen steht der wichtige Wiegetag an und Kaan hat von Liss erst ein paar Steine in den Korb gelegt bekommen. Die aussichtslose Situation lässt den gutmütigen Jäger erfinderisch werden. Am Ende wird er sogar die Grundzüge der modernen Viehzucht erfinden. Bis dahin ist es aber ein steiniger Weg, bei dem Kieselsteine eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Toll besetzt und mit viel Verve gespielt, begeisterte die Gruppe mit einer unterhaltsamen Inszenierung, die zurecht mit üppigem Applaus bedacht wurde. Neben den spritzigen Dialogen und Monologen gefiel auch die liebevolle Ausstattung, zu der unter anderem ein Eiszapfen-TV mit zwei Programmen gehörte. Als gelungene Idee zeigte sich auch das Einbinden der Zuschauer. Dass es am Ende ein Happy End gibt, dürfte natürlich keine Überraschung sein, denn darum geht es schließlich nicht. Vielmehr ist der Weg dorthin entscheidend und der ist erstaunlich kurzweilig und amüsant.

Fazit: Sympathische Theaterinszenierung, die in der Erkenntnis mündet, dass sich seit den seligen Steinzeittagen im Kampf der Geschlechter nicht wirklich viel verändert hat. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall.