Eine Ära geht zu Ende

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Die Gastronomen Toni und Rino Pinel gehen in den Ruhestand

Für viele Wormser waren die beiden Italiener fester Bestandteil der einheimischen Gastronomieszene. Nun sind sie in Rente, die beiden Brüder Toni und Rino Pinel, die zusammen 1998 das Eiscafé Pinel an prominenter Stelle – gegenüber des Lutherdenkmals – eröffneten.

Dank seiner herrlichen Lage, mit Blick ins Grüne, lud das Café besonders im Sommer zum stundenlangen Verweilen ein. In gemütlicher Ruhe konnte man sich bei einem Wein, Eis oder Espresso ein Bild vom städtischen Leben machen oder einfach ein Gespräch mit Toni oder Rino führen; kurzum: das Dolce Vita genießen. Toni und Rino waren zugleich nicht einfach Gastronomen, sondern sie lebten ihr Geschäft . Angefangen hatte alles Mitte der 70er Jahre, als sie aus Italien nach Deutschland kamen, um neue Herausforderungen jenseits der Alpen zu suchen. Die fanden sie schließlich in Worms, genauer gesagt im Café Dressino. Während Toni im Café direkt gegenüber des heutigen Eiscafé Pinel die Zubereitung von Eisspezialitäten erlernte, bediente Rino im Chalet am Römischen Kaiser. 1979 folgte Tonis Schritt in die Selbstständigkeit und nach einer kurzen Übergangsphase trug erstmals ein Lokal den Namen Pinel. Sein Bruder Rino folgte 1987 in die Selbständigkeit und eröffnete das Altstadtcafé in der Judengasse, das man heute als Café Affenhaus kennt. Bereits Anfang der 90er begann man mit der Planung, zusammen in dem ehemaligen Verkehrshäuschen am „Gammi“ ein Eiscafé zu betreiben. Die Umbauarbeiten waren aufwendig und teuer und verzögerten sich aufgrund diverser bürokratischer Hindernisse. Im Juni 1998 war es schließlich so weit. Mehr als 20 Jahre sind seitdem vergangen. Mit ihrer Freundlichkeit, der südländischen Lässigkeit und ihrem gebrochenen Deutsch waren sie der Inbegriff italienischen Charmes. Am 24. Dezember endete für die Brüder eine Ära und sie übergaben die Schlüssel an Thomas Sohl, der bereits nach kurzer Renovierungszeit das Café wieder eröffnen wird. Versprochen hat er, dass sich nicht viel verändern wird. Etwas wird sich aber dennoch geändert haben, nämlich der Name und damit ein Stück Wormser Gastronomiegeschichte.