„Gemeinsames Lachen und Weinen“
30 Jahre ambulante Hospizarbeit in Worms

Prof. Olga Nodel und Kenta Nishino
Der Tod ist ein Thema, das uns früher oder später alle betrifft. Und doch wird es oft verdrängt oder mit Tabus belegt. Dass sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte der Umgang dennoch erheblich verbessert hat, ist der deutschlandweiten Hospizbewegung zu verdanken. Der Wormser Verein Ökumenische Hospizhilfe kann in diesem Jahr auf stolze 30 Jahre zurückblicken.
Um die Wichtigkeit dieser Bewegung zu unterstreichen und zugleich die ehrenamtlichen Helfer, ohne die diese Arbeit nicht stattfinden könnte, zu würdigen, lud die Ökumenische Hospizhilfe Worms zu einer leisen Jubiläumsfeier. Entstanden durch die maßgebliche Unterstützung der katholischen und evangelischen Kirche, fasste gleich zu Beginn Pastorin Jutta Herbert die intensive Arbeit zusammen. Hospizarbeit bedeute, am verletzlichsten Punkt des Lebens präsent zu sein, Menschen nicht allein zu lassen, zuzuhören, auszuhalten und Würde zu bewahren. Oder „Gemeinsames Lachen und Weinen“, wie Herbert den Kern dieser Sterbebegleitung, deren Anfänge in das Jahr 1994 zurückreichen, zusammenfasste.
Wie Herbert schilderte, begann damals die Ausbildung, ehe schließlich 1996 die ambulante Hospizhilfe ihre Arbeit aufnehmen konnte. Dabei unterstrich sie den Anspruch, dass kein Mensch am Ende seines Lebens alleine gelassen werden soll. Kathrin AnklamTrapp (MdL), seit 2020 Vorsitzende des 2014 gegründeten Fördervereins, erinnerte daran, dass die betreuende Arbeit nicht bei den Patienten ende, sondern der Verein sich ebenso um Angehörige kümmere und mit der Kindertrauerarbeit auseinandersetze. Ministerpräsident Alexander Schweitzer betonte zudem, dass die zunehmende Einsamkeit vieler Menschen eine Riesenherausforderung für die Gesellschaft sei. „Dank Internet beschäftigen wir uns mit weltweiten Ereignissen und Personen, kennen aber nicht mehr unseren Nachbarn“ unterstrich er die wachsende Problematik der Einsamkeit.
Um der Bedeutung dieses unvermeidlichen Themas gerecht zu werden, wurde die Wormser Hospizarbeit 2022 um ein stationäres Hospiz erweitert, das in Teilen des ehemaligen Hochstifts untergebracht ist. Aktuell sind 76 qualifizierte Hospizhelferinnen und helfer für den Verein tätig. Weitere helfende Hände sind dringend willkommen, ebenso Spenden, um u.a. die kostenintensiven Ausbildungen zu finanzieren.
Text: Dennis Dirigo, Foto: Andreas Stumpf










