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GUTE LAUNE MIT „KONFETTI MAX“

  Wormser Maximilian Tremmel feiert sein Mainzer Fastnachtskampagnen Debüt

So manch einem Wormser dürfte der gelernte Physiotherapeut zunächst im Zusammenhang mit dem „Physio Zentrum Tremmel“ ein Begriff sein, wo er leidgeplagten Patienten mit sicheren Handgriffen und einem kecken Spruch stets Linderung verschafft.

2021 machte sich Tremmel zunächst mit der Praxis „Physio am Pfrimmpark“ selbständig. Seit 2024 ist der Standort seines Physiozentrums wiederum die Kantstraße. Wie Tremmel erzählt, bedeutete der Sprung in die Selbständigkeit viel Stress. Zunächst sechs Tage die Woche geöffnet, forderte die arbeitsintensive Tätigkeit viel Kraft. Um Ruhe zu finden und wieder Kraft zu tanken, erinnerte sich der Physiotherapeut an seine Zeit als Jugendlicher, als er in der Bürstädter Fastnacht aktiv verwurzelt war, Büttenreden schrieb und in der Showtanzgruppe über die Bühne wirbelte. Doch dann führte ihn sein Lebensweg nach Worms, wo er begann, sich bei der Nibelungenhorde zu engagieren. Auch dort konnte er sein schauspielerisches Talent ausleben und schaffte es, als Statist bei den NibelungenFestspielen aktiv teilzunehmen. Aus dieser Zeit existieren heute noch Videos bei You Tube. Vor 15 Jahren aufgenommen, zeigen sie ihn mal als StandupComedian im OK, der über Analthermometer sinniert, mal als Butler James sowie als Stimmenimitator, der gerade Christian Springers Kunstfigur „Fonsi“ imitiert. Gemeinsam haben die Videos, dass sie von seinem komödiantischen Talent zeugen. Doch der Weg führte Tremmel von der Bühne vor die Bühne. Im Wormser Theater war er viele Jahre der stets freundliche geduldige Mann, der am Einlass die Gäste in Empfang nahm. Während dieser Zeit begann er seine Ausbildung zum Physiotherapeuten, die schließlich in der Selbständigkeit mündete und in der Sehnsucht, sich erneut kreativ auszudrücken. Der in Worms lebende Mainzer Rüdiger Gramberg war es schließlich, der die Leidenschaft für die „tollen Tage“ entfachte. Gramberg ist nicht nur die organisatorische Kraft hinter dem Physiozentrum, sondern auch langjähriger Freund, der ehemals selbst aktiv in der Mainzer Fastnacht war. So ganz riss aber die Leitung nach Mainz nie ab, wie Tremmel im Gespräch mit WO! erzählt. Wenn am 11.11 am Fastnachtsbrunnen in Mainz die tollen Tage eingeläutet wer
den, sind auch die beiden Freunde stets vor Ort.

Herzstück ist der Humor

Dieses Jahr ist aber alles anders, denn Tremmel hat beschlossen, wieder aktiv in das närrische Treiben einzugreifen. So entstand die Figur des Konfetti Max, mit der er am 6. und 8. Februar erstmals auf einer Mainzer Bühne steht. Genauer gesagt bei dem Mainzer Verein Rosa Käppcher e.V., dem ersten queeren Mainzer Fastnachtsverein. Neben einer gepfefferten Büttenrede hat Konfetti Max dann auch ein paar Songs im Gepäck. Auszüge davon sind auf seiner Instagram Seite zu hören und offenbaren einen erstaunlichen Stilmix für Fastnachtsmusik. Mal rappt sich Konfetti Max kompromisslos durch die Zeilen, mal sind es klassische Fastnachtsmelodien, übertextet mit witzigen Einlassungen bezüglich seiner hessischen Wurzeln und der Heimat des Herzens, Mainz. Sich des Stilmixes bewusst, bezeichnet er seine im Studio aufgenommene Musik als Konfetti Sound, der einfach queerbeat ist. Aktuell bedient er sich als Hintergrund noch an bekannten musikalischen Vorlagen, die er dann im Studio mit seinen Texten ausstattet. Wie er erzählt, möchte er sich aber in nächster Zeit auch an Eigenkompositionen wagen. Ideen gibt es genug, doch die Umsetzung erfordert Zeit – egal, ob es die Aufnahme im Studio ist, das Schreiben der Reden und der Lyrics, aber auch das Proben für den Showtanz. Denn auch in dieser Disziplin steht er Anfang Februar vor seinem persönlichen Showtanzgruppen Comeback. Dass das alles möglich ist, hat er vor allem seinem tollen Praxisteam zu verdanken, wie er nachdrücklich erklärt. Ohne deren Unterstützung sei das alles nicht möglich. Aber es gibt noch eine Praxis und Lebenszutat, die für den Fastnachter und Unternehmer essentiell ist. Herzstück ist stets der Humor. Und so erklärt Tremmel zum Abschluss des Gesprächs: „Fastnacht hört für mich nicht an Aschermittwoch auf. Humor gehört das ganze Jahr dazu, auch in meiner Arbeit!“ Und das Beste daran ist, dass man dafür noch nicht mal ein Rezept braucht.

Text: Dennis Dirigo, Foto: Andreas Stumpf,