Kein Kapitalist und doch nicht Kommunist!

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Man muss nicht bettelarm sein, um für (mehr) Gerechtigkeit zu stehen. Und die Methode aller Volksverführer ist, Andersdenkende sofort in eine negative Schublade zu stecken. Dazu meint ORTEGA Y GASSET (deutsch-spanischer Philosoph): „Anderssein ist unanständig.“ Konkret zu unserem Thema heißt das, wenn der Kommunismus (zweifellos) schlecht war, ist jeglicher Kapitalismus nicht automatisch unfehlbar gut.

Auch ist es kein Zeichen von Stärke, alle, die über eine bessere Welt nachsinnen, als dumm oder schlecht abzutun. Wenn es z.B. 800 Millionen Hungernde in der Welt und kaum weniger gibt, die kein sauberes Trinkwasser kennen, dann kann ich kein Verständnis haben für Leute im großen Wohlstand, denen das völlig „Wurst“ ist. Total unmoralisch und verlogen kommt mitunter hinzu, die oft gehörte Ausrede: „War immer schon so und ist von Gott gewollt!“

Zwar ist es ungeheuer schwer, einen dritten Weg neben Kommunismus und Kapitalismus zu finden und auch zu schaffen, doch der könnte sehr wohl möglich sein, wenn genug ehrlicher Wille und einige Anstrengungen bei den Mächtigen und Regierenden sich entwickelte. Immerhin gibt es im Ansatz schon in den USA eine Reihe kompetenter Ökonomie-Professoren, die ein so genanntes „Bürgergeld“ vorstellen, das auch Arbeitslose und Minderbemittelte mit Geldmitteln ausstattet, die zu einem menschenwürdigen Leben ausreichen würden. Der SPIEGEL hat 2006 dazu ein Titelthema gemacht. Aktuell und zu empfehlen ist das Taschenbuch von Götz Werner: „Ein Grund für die Zukunft: das Grundeinkommen.“ Der Autor ist sehr erfolgreicher Wirtschaftler und Inhaber der Drogeriemarkt-Kette „dm“. Der Kapitalismus hat zwar den Kommunismus besiegt, was jedoch noch kein absoluter Qualitätsbeweis ist. Dass der Kapitalismus in der Hauptsache den Reichen und Begüterten nützt, dürfte ausreichend bekannt und bewiesen sein. Schon in seinem Namen steckt das Geld und es geht alles nur um die Moneten. Die Arbeitnehmer, die dem Arbeitgeber dienen und ihn reich zu machen haben, werden abfällig und zynisch lediglich als „Humankapital“ abgewertet. Die Auswirkungen dieser Wirtschaftsordnung auf Mensch und Natur kann jeder beobachten und sind unleugbar. Fast täglich melden unsere Medien neue Sünden weltweit und sollen hier nicht weiter aufgezählt werden.

Nun wäre aber auch eine Abrechnung mit dem Kommunismus an der Reihe. Statt vieler Worte soll jetzt ein politischer Witz von damals genannt werden: „Was passiert, wenn der Kommunismus auch mal in die Wüste kommt? Antwort: Einige Zeit geschieht nichts. Doch dann wird plötzlich der Sand knapp.“ Dass der Kommunismus menschenverachtend und überall zerstörerisch war, ist überreichlich bekannt und braucht hier nicht noch wiederholt zu werden. Ferner ist alles hier Aufgeführte bequem im Internet und in der Fachliteratur zu finden. Was lehrt uns das Obige? Immerhin dürfte sattsam bekannt sein, dass es (fast) immer und überall eine Alternative gibt. Wenn denn unsere Kanzlerin zu ihren Vorschlägen äußert: „Es gibt keine Alternative“, so ist das entweder (selbst) dumm, oder ihre Bürger sollen dumm gemacht werden. Es kann nicht meine Sache als „Schreiberling“ sein, die große Welt zu ändern und zu bessern. Jedoch einen kleinen Schritt zu jeglicher Besserung kann jeder meiner Leserinnen und Leser selber tun. Hierzu will ich Denkanstöße liefern. Nicht mehr und nicht weniger! Und am unteren Blattrand steht heute und immer: „Die Seite für Nachdenker.“ Also denkt mal schön selbst, auch wenn’s anstrengend wäre!

Ganz zum Schluss erteile ich wieder Wilhelm Busch das Wort, wobei ich, neben der Witzigkeit, mehr auf die Klugheit aufmerksam machen möchte. Sein Spruch lautet:

„Dummheit, die man bei andern sieht, wirkt meist erhebend aufs Gemüt“

Ihr Heinz Dierdorf